Standort Trabitz nach der Schließung
Faurecia sucht Käufer

Noch stehen Autos vor dem Faurecia-Gelände mit dem markanten Turm. Wie es mit der Fabrik weitergeht, wenn sich der Automobilzulieferer Ende des Jahres zurückzieht, ist derzeit offen. Bild: wüw
Wirtschaft
Trabitz
03.11.2016
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Wenn Faurecia Ende des Jahres in Trabitz schließt, bleibt ein großes, leeres Fabrikgelände zurück. Ob und wann etwas Neues entsteht, ist nicht klar. Feststeht dagegen, dass der französische Konzern in Sachen Altlasten weiter gefordert ist.

Zu Silvester geht das Licht aus beim Trabitzer Faurecia-Werk, wann es wieder angeht, ist derzeit offen. "Erste Gespräche mit interessierten Firmen haben bereits stattgefunden. Eine Entscheidung wurde aber noch nicht getroffen", erklärt Faurecia-Sprecherin Kirsten Lattewitz. Derzeit arbeite der Konzern vor allem an der Verlagerung der Anlagen, um "Käufern so eine bessere Übersicht über unsere Immobilie zu geben". Zu einem möglichen Verkaufspreis gibt es "vor dem Hintergrund der laufenden Gespräche" keine Angaben.

Auch Trabitz' Bürgermeisterin Carmen Pepiuk kann dazu nichts sagen. "Das Unternehmen informiert uns regelmäßig über Neuigkeiten. Natürlich sind wir aber nicht direkt in die Verhandlungen eingebunden", erklärt die Bürgermeisterin. Die Gemeinde sei selbstverständlich "sehr daran interessiert", dass die Fabrikhallen und Büros so schnell wie nur möglich wieder genutzt werden, "aber beeinflussen können wird das nicht. Wir sind nicht der Eigentümer." Könnte sich das ändern? Zu Spekulationen über einen Kauf durch die Gemeinde möchte sich Pepiuk nicht äußern. "Damit haben wir uns nicht beschäftigt."

Relativ klar ist dagegen, dass Faurecia in Trabitz bis auf Weiteres nicht als Vermieter auftreten wird: Es sei richtig, dass der "momentane Fokus" auf dem Verkauf ausgerichtet ist. "Wir haben zu diesem Thema auch einen Immobilienexperten hinzugezogen, dessen Einschätzung allerdings noch aussteht", erklärt Lattewitz.

LHKW-Schaden wird saniert"Boden- bzw. Grundwasseruntersuchungen wurden an unserem Standort regelmäßig durchgeführt. Ein für den möglichen Verkauf notwendiges Gutachten wird aktuell erstellt", erklärt Kirsten Lattewitz.

Etwas konkreter wird Claudia Prößl: "Bei der Firma Faurecia läuft bereits seit 1987 die freiwillige Sanierung eines LHKW-Schadens (= leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe, z.B. enthalten in Lösungsmittel). Diese lange Sanierungsdauer ist normal. Über die Jahre wurde der Sanierungsbetrieb mehrfach angepasst.

Im Juli 2016 wurde von der Firma Faurecia schriftlich zugesichert, dass diese auch nach der Schließung des Werks zum Jahresende weitergeführt wird. "Ein Verdacht auf andere Schadstoffe liegt nicht vor", schreibt die Sprecherin des Landratsamts. (wüw)
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