Warnstreik der IG Metall in Trabitz
Faurecianer geben nicht auf

Wirtschaft
Trabitz
30.04.2016
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"Faurecia bringt Not und Tod in die Region", hieß es auf einem Transparent. Beim Warnstreik der IG Metall gestern Vormittag vor dem Werkstor des Unternehmens in Trabitz ging bei den Streikenden die Existenzangst um.

Nicht der Anspruch nach "mehr Lohn für mehr Wert", so die Gewerkschaftsforderung nach fünf Prozent mehr Geld, stand im Mittelpunkt der Demonstration, sondern ein sicherer Arbeitsplatz bei Faurecia. Und der ist mehr denn je gefährdet. Am härtesten könnte es dann die Schwerbehinderten treffen, warnte deren Vertreter Martin Anzer.

Nach den Ankündigungen der Unternehmensleitung zur Schließung des Werkes Ende des Jahres geben die Beschäftigten und mit ihnen die IG-Metallvertreter die Hoffnung auf ein Fortbestehen des Standortes Trabitz dennoch nicht auf. Udo Fechtner, Firmenbetreuer der IG-Metall-Geschäftsstelle Amberg, erinnerte an das 75. Jubiläum des Trabitzer Standortes Ende des Jahres. Vielleicht ein Fingerzeig für ein nachhaltiges Geschenk? Fechtner verdrängt das Szenario, ausgerechnet zum Firmenjubiläum das Unternehmen beerdigen zu müssen. Und mit einem weiteren Hoffnungsschimmer verbreitete der Gewerkschafter Mut. "Auch in Finnland stand das Faurecia-Werk auf der Kippe und den Sozialplan in Trabitz haben wir auch trotz heftigem Widerstand durchgeboxt."

Gedämpft zuversichtlich gab sich auch Betriebsratsvorsitzender Karl Boemmel. Eines seiner Rezepte: die Geschlossenheit aller Beschäftigten. "Ohne Euch geht nichts", rief er seinen Metallern zu. Es sei zwar frustrierend, aber der Kampf um Lohn und Arbeit müsse von den Beschäftigten geführt werden, forderte Boemmel Kampfbereitschaft. Die wird nicht nachlassen, versprachen Schwerbehindertenvertreter Martin Anzer und Betriebsrat Markus Stich.

Schon am Mittwoch, 4. Mai, soll kurz vor 12 Uhr vor dem Firmentor die nächste Kundgebung stattfinden. Anschließend sind die Faurecia-Beschäftigten zu einer Versammlung in das Schützenheim in Preißach eingeladen. Dort ist ein Gespräch mit den Kommunalpolitikern der Region geplant.
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