Unterwegs auf dem Uferpfad der Pfreimd zwischen Tanzmühle und Trausnitz
Unberührte Natur und beeindruckende Technik

(Foto: ggö)
Freizeit
Trausnitz
19.05.2017
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(Foto: ggö)

Der Ringweg Pfreimdtal-Uferpfad gehört zu den schönsten Strecken, die die Oberpfalz dem Wanderer zu bieten hat. Gleich zwei Fernwanderwege führen. Sieben Kilometer lang folgt die abwechslungsreiche Route mal dem Talgrund, mal gräbt sie sich als Felsenpfand in den steilen Hang des Ufers.

Unterwegs entfaltet dieses Stück unberührte Natur gerade jetzt im Mai ihre ganze Blütenpracht: Ganze Felder gelber Sumpfdotterblumen ziehen sich am Flussufer entlang, Tausende von Vergissmeinnicht brechen an den Wehrändern auf. Hahnenfuß, Wiesenschaumkraut und viele andere heimische Blumen gesellen sich dazu. Und unbeirrt drängt sich die wilde Pfreimd zwischen Felsen vorwärts oder gönnt sich in weiten Mäandern Ruhe in einem breiten Tal um vor Trausnitz ihr Wasser in einem Stausee zu sammeln, mit dessen Hilfe seit 1954 in zwei Pumpspeicherwerken Strom erzeugt wird. Wie ein überdimensionales Auge leuchtet die Wasserfläche des Hochspeichers Rabenleite, der über zwei Druckstollen die E-Werke Reisach und Tanzmühle mit Wasserenergie füttert, aus der dunklen Fläche des Oberpfälzer Waldes.

Eine Wanderung durch dieses Gebiet, die natürlich auch einen Aufstieg zum Hochspeicher mit einschließt, zeigt, dass unberührte Natur, die dem Menschen schon von ihrer Beschaffenheit her einen ungebührlichen touristischen Zugriff verweigert, und Technik kein Widerspruch sein müssen.

Burg Trausnitz beherrscht das Tal






Nachdem wir an der Ödmühle bei Trausnitz an den Start gegangen sind, den einen steilen Kilometer hinauf in den Ort Trausnitz bewältigt haben, gehen wir erst einmal zur Burg, die das Tal beherrscht. Zum ersten Mal erwähnt wird die Höhenburg, die auf einer Felszunge 448 Meter über der Pfreimd am südlichen Rand von Trausnitz errichtet worden ist, im Jahre 1261. Von den Herren von Waldthurn, respektive den Grafen von Ortenburg-Murach errichtet, wurde die Burg 1280 an die Wittelsbacher verkauft.




Ein Wittelsbacher, Ludwig der Bayer, machte die Festung denn auch berühmt, als er den Österreicher Friedrich den Schönen 24 Monate lang nach der Schlacht bei Mühldorf auf der Burg Trausnitz einsperrte. Zwischendurch waren dann die Zenger, ain einheimisches Rittergeschlecht. Bsitzer der Dreiflügel-Anlage. An die Gefangenschaft Friedrichs des Schönen erinnern heute die Burgfestspiele Trausnitz, die in den 90er Jahren wieder auflebten nach dem sie lange in Vergessenheit geraten waren.

Wir überqueren nun, wenn wir zur nächsten Brücke über die Pfreimd absteigen, den Fluß und folgen dem Uferweg des Stausees bis zur Barbarakapelle am sogenannten Lacherbach, orientieren uns nun Richtung Nordosten nach dem Weg Nummer 10, der schließlich auf das Wanderzeichen mit dem roten Andreaskreuz stößt, das uns zur Rabenleite hinaufführt. Das riesige Becken fasst eineinhalb Millionen Kubikmeter Wasser, die aus dem Pfreimd-Stausee 180 Meter heraufgepumpt werden um dann über zwei sogenannten Druckstollen die Turbinen von Reisach und Tanzmühle anzutreiben.




Auf Forststraßen durch den Wald


In unmittelbarer Nähe des Turmes am westlichen Rand des Stausees geht ein Pfad mit dem Symbol einer roten Diagonale auf weißem Grund in den Wald hinein. Wenige Meter weiter zeigt uns ein Doppelpfeil auf der linken Seite die unmittelbare Fortführung des Weges nach rechts den Hang hinunter. Auf der rechten Seite zeigt kein Wanderzeichen die neue Richtung an. Dieses wird erst einige Meter weiter im Wald fortgesetzt. Der Pfad überquert nun zwei Forststraßen. Wenn wir den dritten Querweg an einer Wegspinne erreicht haben, wenden wir uns nach rechts. Die breite Forststraße zieht sich nach Norden in Richtung Tanzmühle, überquert dabei die Ortsverbindung Weinrieth-Großenschwand, und mündet schließlich in die als Radweg ausgewiesene Sraße zur Tanzmühle.




Hier überqueren wir den Fluß und folgen seinem Ufer auf der anderen Seite auf der anderen Seite, geführt von dem blauen Wanderzeiten mit dem blauen Kreis.
Diese sieben Kilometer, die bei der Ödmühle bei Trausnitz enden, bieten alle Varianten einer interessanten Wanderung. Von einer Teerstraße geht die Route nach links zum Ufer, zieht sich dann nach rechts als Pfad in den Hang hinauf. Es folgen auch einmal steilen und steinige Passagen, die an die Kondition gewisse Ansprüche stellen, dann aber wieder bequeme Wege durch den Wald und durch die Uferwiesen. Der Uferpfad endet an der Ödmühle, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Infos zur Tour


Anfahrt: Unsere Wanderung startet in Trausnitz. Wir erreichen den Ort am besten über die A 93 (von Süden oder von Norden), verlassen die Autobahn an der Abfahrt Pfreimd. In Trausnitz fahren wir durch den Ort nach links den Berg hinauf, folgen dem Hinweis Seehotel Anzer. Gegenüber sind Möglichkeiten zum Parken.

Die Strecke: Die abwechslungsreiche Strecke ist 15 Kilometer lang und führt erst einmal 180 Höhenmeter zur Rabenleite hinauf, von dort hinunter bis Tanzmühle. Vor allem auf dem blauem Ring bezeichneten Uferpfad ist festes Schuhwerk angebracht. Die Route ist teilweise für Kinderwagen nicht geeignet. Es empfiehlt sich, Brotzeit und Getränke mit zunehmen.


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