Bläser lernen von "LaBrassBanda"

50 Plätze für Blechbläser standen in dem Workshop zur Verfügung. Sie waren schnell ausgebucht. Mit führenden Köpfen von "LaBrassBanda" wollte jeder von ihnen einmal gespielt haben.
Kultur
Trausnitz
24.03.2016
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Bei "LaBrassBanda" geben sie gewöhnlich den Ton an, für vier Tage machten sie das bei einem Workshop auf Burg Trausnitz: (von links) Korbinian Weber, Jörg Hartl und Stefan Huber.

Sie spielen auf Festivals und in vollen Zelten. Im Genre der "Neuen Volksmusik" sind die Musiker von "LaBrassBanda" seit acht Jahren zu Hause. Drei von ihnen kamen in dieser Woche in die Jugendherberge und boten einen Workshop an.

"I hätt ja ned glaabt, dass soviel Leit kemma!" Freudig strahlend begrüßte der Chiemgauer Stefan Huber von der Band "LaBrassBanda" die Zuhörer auf der Burg Trausnitz. 50 Blechbläser, teils von weit her angereist, hatten vier Tage lang an dieser besonderen Form der Ausbildung teilgenommen. Sie gaben am Mittwochabend dann ein grandioses Abschlusskonzert.

Die Jüngste in der munteren, bunt zusammengewürfelten Truppe war gerade 11, der Älteste über 60 Jahre. Sie waren dem Aufruf der LaBrassBanda-Bandmitglieder Stefan Huber (Tuba), Jörg Hartl (Trompete) und Korbinian Weber (Trompete) übers Internet gefolgt und traten die Reise in die Oberpfalz an, einige sogar aus Nieder- und Oberösterreich, aus dem Allgäu oder Schwaben. Für die drei erfolgreichen Profi-Musiker war es keine Premiere. Sie organisierten schon mehrmals auf Anfrage von vielen Fans solche viertägigen Workshops. Dabei lernt man effektives Üben. Zudem liegt der Fokus auf dem freien, auswendigen Spielen. Jede Stilistik, sei es Polka, Reggae oder Techno ist da relativ schnell ohne Noten machbar.

In vier Gruppen


In der Jugendherberge angekommen, bekamen die Blechbläser - 20 Trompeten,10 Posaunen, 6 Tuben, 5 Tenorhörner, 4 Hörner und 5 Flügelhörner - ein festes Programm vorgestellt. Vormittags ging es um Luftführung, Technik und Ansatz mit Korbinian Weber, nachmittags stand Einzelunterricht mit Jörg Hartl auf dem Programm, ebenso die Gesamtprobe der Orchester mit Stefan Huber, der vier Ensembles zusammengestellt hatte. Abends blieb Zeit für gemütliches Beisammensein mit Erfahrungsaustausch.

Das Niveau der Kursteilnehmer war ganz unterschiedlich. Die einen spielten ihr Instrument schon jahrzehntelang, die anderen gerade mal ein halbes Jahr. "A bisserl chaotisch war's am ersten Tag schon", erzählte Stefan Huber schmunzelnd, "aber dafür sind wir spontan". Und Spontaneität verlangt er auch im Unterricht. Sein Aufruf während der Probezeit, "Jetzt legts a mal die Notn weg und spielts frei weg", irritierte zu Beginn zwar manche, aber am Ende fanden es alle "supercool". Der Vollblutmusiker weiß aus Erfahrung, dass sich auf diese Art und Weise und mit relativ wenig Zeitaufwand und abgestimmten Basic-Übungen jeder Spieler verbessern kann.

Neben selbst komponierter, traditioneller Blasmusik haben die Kursleiter mit den Musikern auch einige bekannte "LaBrassBanda"-Songs interpretiert. "Marienkäfer" spielte das erste Ensemble als Einstieg und bekam mit dem Vortrag einen großen Applaus. "Eigentlich wird das nächste Stück der zweiten Gruppe 'Tubissimo' als Bayerischer Techno gespielt. Da aber das Schlagzeug fehlt, einigten sich die Hobbymusiker auf die Bezeichnung Bayerischer Choral", erklärte Tubist Stefan Huber die Abänderung.

Dass Blechbläser auch sentimentale, romantische Musik mögen, bewiesen sie mit ihrer frei, mit Solo-Einsätzen gespielten Ballade "Stille Nachtmusik". Der "Zehnerlfuxa", oder "Doda Hos" aus den LaBrassBanda-CDs gehörten mit zum Repertoire des Abends. "Jetzt wird's echt laut", warnte der Moderator das Publikum. Er hatte nicht zu viel versprochen. Der nicht allzu große Rittersaal der Burg wurde zum Höhepunkt von allen Mitspielern und dazu einem Schlagzeug, gespielt von Korbinian Weber, stimmgewaltig vereinnahmt.

Mit voller Begeisterung


Ein zusammengestelltes Medley aus der ersten CD der Band forderte regelrecht zum Mitklatschen und -schnippen auf. Die Eigenkomposition des großen Orchesters mit dem Namen "Paby" erforderte gleich zwei Dirigenten. Stefan Huber und Jörg Hartl spornten die Blechmusiker mit Handzeichen und Gesten gehörig an. Ein wahres Musikfeuerwerk entbrannte, und der tosende Beifall zeigte, dass die Besucher den Abend mit Begeisterung genossen hatten.

Am Ende der Musiktage wurde das Abschlusskonzert für den eigens von Stefan Dettl, dem Kopf der Band, gegründeten Radiosender "Buh" aufgezeichnet. "LaBrassBanda" hat selber auch große Pläne. Die Band aus dem Chiemgau bringt 2017 ein neues Album heraus und wird mit einem eigenen "Flieger" eine Welt-Tournee antreten.
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