Belagerung mit Baumaschinen

34 Meter ist die verblendete Stützmauer lang, die in Teilen in die Friedrichstraße einschwebt. Bauunternehmer Johann Schieder und Bürgermeister Martin Schwandner (links) machen sich ein Bild von der Maßnahme. Bilder: Völkl (3)
Lokales
Trausnitz
12.06.2015
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Es wird gebaggert, große Stützwand-Teile schweben am Haken. Trausnitz wird derzeit nicht nur von der Burg beherrscht, sondern von Bauarbeitern belagert.

(cv) Seit rund zehn Jahren ging die Gemeinde schon mit den Plänen "schwanger", doch heuer schlug definitiv die Geburtsstunde der einfachen Dorferneuerung. Abgewickelt wird die Maßnahme mit dem Amt für Ländliche Entwicklung. Es gibt eine staatliche Förderung in Höhe von 58 bis 64 Prozent, so Bürgermeister Martin Schwandner. Sie bezieht sich auf den 60-prozentigen Gemeindeanteil an den Baumaßnahmen. Anlieger, die 40 Prozent der Kosten tragen, können nicht in diesen Fördertopf greifen. Ihnen kam die Kommune noch bei Positionen wie der Teerentsorgung entgegen.

Bei Verbesserungen

Allerdings werden für diejenigen Trausnitzer, die im Sanierungsgebiet des alten Ortskerns wohnen, Zuschüsse locker gemacht, wenn sie an ihren Häusern Zäune, Mauern, Einfriedungen oder Fassadenanstriche planen. Die Beratung übernimmt Architekt Hubert Liebl. Je nach Maßnahme sind 5000 bis 20 000 Euro möglich, wenn es sich um optische Verbesserungen handelt. "Für ein einfaches Betonpflaster wird es aber keine Förderung geben", verdeutlicht Schwandner.

Insgesamt gesehen "haben wir herausgeschlagen, was machbar war." In Trausnitz ist die seit Mai laufende Dorferneuerung in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Heuer sind die Friedrichstraße und die Burggasse Schwerpunkte. Bei ersterer hatte sich der Asphalt bereits teilweise aufgelöst, Leitplanken fehlten, die Stützmauer wurde problematisch. Neue Beläge, Ruhebänke, Platzgestaltungen werden nun in Angriff genommen. Immerhin führt über die Friedrichstraße auch der "Goldsteig". Eine Großaktion ist der Bau der 34 Meter langen Stützmauer. Die Betonteile, mit Granit verblendet, werden fertig vergossen angeliefert und eingebaut. In der Burggasse soll ein Brunnen gebaut werden. Im zweiten Bauabschnitt ist dann die Hofmark an der Reihe. Auf diesem Platz wird "die Asphalt-Pampe" aufgelockert, so Schwandner. Die Bürger wünschen sich einen Dorfladen. Unterstützung erwartet sich Schwandner vom "Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum in Bayern 2014 bis 2020".

Mit Parkmöglichkeiten

Gegenüber der Kirche, wo das Trausnitzer Schloss - das alte Schulhaus - stand, entsteht eine Parkfläche für 20 Fahrzeuge. Auf dieser Gemeinschaftsfläche kann dann bei Festivitäten auch mal ein Zelt aufgestellt werden. Am Gemeindehaus führt der Lohweg entlang. Auch er wird in einen ordentlichen Zustand versetzt.

Die Kosten für den ersten Abschnitt betragen 670 000 Euro, deutlich unter den veranschlagten 830 000 Euro. Ende Oktober soll die an das Bauunternehmen Schieder aus Bechtsrieth vergebene Baumaßnahme abgeschlossen sein.

Eine Bürger- und vier Teilbürgerversammlungen wurden in der 970-Einwohner-Gemeinde einberufen, "damit jeder umfassend informiert war", erzählt Schwandner. Manche Anlieger haben ganz schön tief in die Tasche zu greifen. Bei den Straßenausbaubeiträgen müsse es von politischer Seite endlich zu einer akzeptablen Lösung kommen, fordert Schwandner. München hat beispielsweise die Satzung abgeschafft, im reichen Wackersdorf müssen die Anlieger nichts zahlen. Kommunen mit normaler Finanzausstattung können nicht auf diese Gelder verzichten. Warum nicht eine Infrastrukturabgabe nach Gewicht der Fahrzeuge über die KFZ-Steuer? Wer die Förderung des ländlichen Raumes propagiere, müsse den Hebel für eine gerechtere Lösung ansetzen.

Danach Köttlitz

Wenn die Dorferneuerung in Trausnitz abgeschlossen ist, wird sie in Köttlitz angepackt. Hier baut der Landkreis 2016 die Kreisstraße aus. Die Gemeinde möchte dann im Jahr 2017 ihre Projekte anschließen.
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