Dorfladen punktet

Ein Laden mit 80 bis 120 Quadratmeter, der einen Umsatz von mindestens 220 000 Euro im Jahr erwirtschaften müsste, ist die passende Größe für Trausnitz.
Lokales
Trausnitz
07.11.2015
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Mit dem Ergebnis der Fragebogenaktion "Dorfladen" setzte sich der Arbeitskreis auseinander. Die große Mehrheit der Trausnitzer Bürger hatte sich für einen Dorfladen in Trausnitz ausgesprochen. Doch es sind immer noch viele Fragen offen.

(bnr) Vier Wochen hatten die Haushalte der Gemeinde Trausnitz Zeit, sich Gedanken über einen Dorfladen in Trausnitz zu machen und ihr Kaufverhalten dem Arbeitskreis als Hintergrundwissen zur Verfügung zu stellen. Ein Viertel der Haushalte nützten die Gelegenheit und gaben ihren Fragebogen im Rathaus zurück.

Hohe Mobilität

Bei der Auswertung der Fragebögen stand Dorfladen-Berater Wolfgang Gröll als versierter Fachmann zur Seite. Wer nun denkt, die Bevölkerung von Trausnitz hätte wegen des mangelhaften Nahverkehrs große Schwierigkeiten, sich seine täglichen Lebensmittel zu beschaffen, der wurde eines Besseren belehrt. Hohe Mobilität der Bevölkerung und gelebte Nachbarschaftshilfe sind die Antworten auf die jetzige Situation, so das Ergebnis der Befragung.

Auch wird ein Dorfladen in den verschiedenen Gemeindeteilen ganz unterschiedlich bewertet. Während sich in Trausnitz eine deutliche Mehrheit für einen Dorfladen aussprach, sehen die umliegenden Gemeindeteile in einem mobilen Verkaufswagen, wie er bis weit in die 90er Jahre die Dörfer regelmäßig angefahren ist, die bessere Alternative. "Wenn ich wieder das Auto nehmen muss, dann kann ich gleich in die nächste Stadt fahren", so die gängige Meinung.

Das wichtigste Argument der Befürworter ist das Angebot an regionalen Produkten aus heimischen Betrieben. Erst an zweiter Stelle folgt die Preisgestaltung. Erfreulich für den Arbeitskreis ist zudem die Tatsache, dass sich 75 Prozent der jungen Familien im Alter bis 40 Jahre für einen Dorfladen aussprachen. Nach den Erfahrungen von Wolfgang Gröll und als Ergebnis der Fragebogenaktion wäre "ein Laden mit 80 bis 120 Quadratmeter, der einen Umsatz von mindestens 220 000 Euro im Jahr erwirtschaften müsste, die passende Größe für Trausnitz."

Dies hört sich im ersten Moment nach viel an, würde aber bei genauer Berechnung einen wöchentlichen Umsatz von 4,60 Euro je Bürger bedeuten. "Eine Zahl, die zu realisieren sein sollte", zeigte sich Wolfgang Gröll optimistisch. Ein wichtiger Punkt, der gelöst werden muss, ist die Standortfrage. Für den Arbeitskreis wäre ein bestehendes Gebäude im Ortskern von Trausnitz die beste Lösung. Zwei Gebäude rückten dabei in die engere Wahl, doch muss erst die Verfügbarkeit geklärt werden. Ein Neubau wurde schon aus Kostengründen nicht in Erwägung gezogen.

Die Kostenbeteiligung

Bisher haben die Bürger eine Kostenbeteiligung von 20 000 Euro zugesagt und weitere 30 000 Euro sind unter Vorbehalt in Aussicht gestellt. Damit ließe sich schon etwas anfangen, da das Startkapital auf 85 000 Euro angesetzt wird. Als weitere Schritte planen Bürgermeister Martin Schwandner und der Arbeitskreis die Klärung der Standortfrage. Das Ergebnis wird in einer Informationsveranstaltung am 14. Januar bekanntgegeben. Bei positivem Bescheid ist die Gründungsversammlung für den 2. Februar 2016 geplant.
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