Edler Ritter für die Neuzeit

Lokales
Trausnitz
05.12.2015
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Das breite Spektrum ehrenamtlicher Tätigkeit beinhaltet auch die Bereiche Heimat- und Brauchtumspflege. In Trausnitz werden diese Aufgaben ritterlich wahrgenommen. Über viele Jahrhunderte hatten die Burgherren das Sagen im Ort. Auch heute noch spricht der Ritter "Josef von Sachsenkirchen" ein gewichtiges Wort mit, wenn es darum geht, in der Gemeinde etwas Besonderes auf die Beine zu stellen.

Viele werden nun sagen: "Ritter Josef von Sachsenkirchen? Kenn ich nicht!" Besser bekannt ist der edle Ritter unter seinem bürgerlichen Namen, Josef Dobmeier. Der 47-jährige Werkzeugmachermeister hat es sich auf die Fahne geschrieben, die Erinnerung an die Burgfestspiele der 90er Jahre wach zuhalten und das Interesse an der Geschichte der Burg Trausnitz gerade bei der jungen Generation zu wecken. Gerne tauscht er deshalb in seiner Freizeit den Arbeitskittel mit einer Ritterrüstung. Angefangen hat das alles mit den Burgfestspielen 1992 und 1997.

Als junger Mann durfte er sich als Ritter seine ersten Sporen auf der Bühne verdienen. Dies brachte ihm den Ehrentitel "Ritter Josef von Sachsenkirchen" ein . Kein Geringerer als "König Ludwig der Bayer" hat ihm 1997 zum Ritter geschlagen. Von der einstigen Schauspielfamilie blieben über die Jahre nur noch die "Ludwigsritter" übrig. Auch dieses Häuflein wurde immer kleiner. Am Ende hielten nur noch fünf Männer die Fahne hoch. Da kam der "Ritter Sepp" ins Spiel.

Mit seiner unkonventionellen Art Leute zu begeistern, sprach der "Ritter aus Leidenschaft", wie er sich selbst bezeichnet, gerade junge Leute an, sich den "Ludwigsrittern" anzuschließen und die Geschichte von Trausnitz wieder mit Leben zu füllen. Das Experiment hatte einen durchschlagenden Erfolg. Heute zählen die "Ludwigsritter" wieder 50 Mitglieder, wobei Männer und Frauen gleichermaßen willkommen sind. Bei den mittelalterlichen Festen in der näheren und weiteren Umgebung sind die Trausnitzer "Ludwigsritter" anzutreffen und wurden so zu einem wichtigen Werbeträger für die Gemeinde und die sehr erfolgreiche Jugendherberge auf der Burg Trausnitz.

Für Josef Dobmeier ist es sehr wichtig zu unterscheiden, dass die "Ludwigsritter" kein Verein sondern eine Gemeinschaft sind. "Eine Gemeinschaft funktioniert nur, wenn alle mitmachen. Ich selbst schütte nur etwas Öl in das Getriebe", zeigt sich Josef Dobmeier von der Ausrichtung überzeugt. Nach dem "Winterzauber auf der Burg Trausnitz im Thal", den Josef Dobmeier verantwortlich organisiert hat, laufen bereits die Vorbereitungen für das nächste Großereignis: das "Spektakulum" im Juni. Die "Ludwigsritter" sind die eine Aufgabe, der sich Josef Dobmeier verschrieben hat.

Zeit und gute Nerven

Den Vorsitz der Vereinsgemeinschaft Trausnitz zu übernehmen ist die zweite, nicht minder wichtige Aufgabe. Die Koordination der Vereinstermine, die Aufstellung des Veranstaltungskalenders und die Verwaltung der vielen Gerätschaften der Vereinsgemeinschaft erfordern einen ziemlichen Zeitaufwand. Dazu kommt noch die Organisation des weltlichen Teiles des Skapulierfestes, das eine weitere Besonderheit von Trausnitz ist. Für all diese Aufgaben findet Josef Dobmeier die Zeit und auch die Nerven, alles unter einen Hut zu bringen.
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