Für Energiewende unverzichtbar

Lokales
Trausnitz
24.10.2014
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Nach der Umstellung arbeitet das Pumpspeicherkraftwerk wieder im grünen Bereich. Zur Rentabilität müsse das Bereithalten von Energie aber entlohnt werden. Gelassenheit herrscht bei GDF Suez in Sachen Windpark Pamsendorf.

Informationen aus erster Hand zum aktuellen Stand der Kraftwerksgruppe Pfreimd erhielt der Gemeinderat von der Kraftwerksleitung im Kraftwerk Reisach. Werksleiter Joachim Morsch und Dr. Karl-Peter Thelen, Mitglied der Geschäftsleitung der GDF Suez Energie AG mit Sitz in Berlin, standen dem Gremium Rede und Antwort bei allen Fragen rund um die Energiepolitik.

Seit den vergangenen fünf Jahren hat sich nach den Worten von Morsch auf dem Energiemarkt ein gravierender Wandel vollzogen. Teure, konventionelle Energie stehe im direkten Wettbewerb mit subventionierter erneuerbarer Energie. Dies habe auch großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit eines Pumpspeicherkraftwerkes. Bis vor wenigen Jahren wurde mit billigem Strom nachts Wasser in den Hochspeicher gepumpt und bei Nachfragespitzen, etwa zur Mittagszeit, das Wasser durch die Turbinen geleitet und teurer Strom erzeugt. Dieser Preisunterschied war die Geschäftsgrundlage.

Heute, so der Werksleiter, würden Nachfragespitzen in der Mittagszeit weitgehend durch Photovoltaik abgedeckt. Die Gemeinde Trausnitz habe dies durch den Wegfall der Gewerbesteuer zu spüren bekommen, da die Kraftwerksgruppe keinen Gewinn mehr erwirtschaftete. Der Kraftwerksbetreiber reagierte gezwungenermaßen auf die geänderte Marktsituation. Ein großer Schritt nach vorne sei die Umstellung auf den hydraulischen Kurzschlussbetrieb. Durch diese Investition wurde das Kraftwerk ertüchtigt und die Flexibilität bei Netzschwankungen deutlich erhöht.

"Wir halten die Nase wieder über Wasser. Wir sehen wieder Licht am Ende des Tunnels", freute sich Werksleiter Morsch über die gelungene Umstellung. Die Energiepolitik im Allgemeinen machte Thelen zum Thema. Auf die Frage, ob die Energiewende zu langsam vorankomme, antwortete er: "Nicht die Geschwindigkeit ist das Problem, sondern die Abstimmung. Es muss europaweit gehandelt werden." Pumpspeicherkraftwerke nannte er für die Energiewende unverzichtbar. Sowohl als Speicherelement wie auch zur Regulierung seien sie von großer Bedeutung.

Das Pumpspeicherkraftwerk Pfreimd sei auf Tagesleistung ausgelegt. Bei maximalem Beckenstand könne es fünf Stunden bei voller Leistung Strom produzieren. Es sei daher die ideale Ergänzung der über den Tag schwankenden Solareinspeisung. "Wo soll bei dunkler Flaute der Strom herkommen?", fragte Thelen. "Dieses Bereithalten von Energie muss künftig entlohnt werden, nur so werden Pumpspeicherkraftwerke wieder rentabel." Zum Windpark Pamsendorf gaben sich die Kraftwerksbetreiber gelassen. Auf die Einspeisung des dort erzeugten Stromes habe nur der Netzbetreiber Einfluss. Auf das Kraftwerk habe dies keinerlei Auswirkungen. Unabhängig davon zeigt GDF Suez Interesse an einer Beteiligung am Windpark. Seit 2009 gehört die ehemalige Kraftwerksgruppe Jansen zum Energieversorgungskonzern GDF Suez. Nach außen hin sichtbar wurde die Umstellung durch die Namensänderung in Kraftwerksgruppe Pfreimd, mit dem Fluss als Namensgeber.
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