Gemeinde mit drei Sorgenkindern

Angeregt diskutierte Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder mit dem Gemeinderat und den Bürgern über aktuelle Gemeinde-Themen. Bild: bnr
Lokales
Trausnitz
02.02.2015
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Zu einer informativen Gesprächsrunde entwickelte sich der offizielle Antrittsbesuch der SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder in der Gemeinde. In der Diskussion mit dem Gemeinderat und den Bürgern gab es drei Schwerpunkte - und Unverständnis eines Anwohners.

"Die Zusammenarbeit von Bürgermeister und Abgeordneter ist besonders wichtig", ging Marianne Schieder auf den Grund ihre Besuches ein. An der Gesprächsrunde nahmen neben dem Gemeinderat auch Anlieger der Friedrichsstraße teil. Für Gemeinde und Anlieger ist deren Ausbau ein schwerer Brocken, den es zu stemmen gilt. Trotz einer ausgezeichneten Förderung und einem Umlageschlüssel von 59:41 stehen immer noch 350 000 Euro Kostenbeteiligung für die 16 Anwohner im Raum.

Ein Anlieger, der sich erst vor kurzer Zeit ein Haus in der Gemeinde gekauft hat, stellte seine Situation drastisch dar. "Für zehn Euro pro Quadratmeter habe ich das Grundstück erworben, jetzt muss ich 15 Euro Erschließungskosten zahlen. Da stimmt doch die Welt nicht mehr", erboste sich der Betroffene. Das Erschließungrecht lasse hier wenig Spielraum, entgegnete die Abgeordnete. Die Gemeinde wird nun eine Petition an den Bayerischen Landtag einreichen, um im Fall der Friedrichstraße eine Härtefallregelung zu finden.

Schule ein Sorgenkind

Ein weiteres Sorgenkind der Gemeinde ist der Fortbestand der Grundschule. Das Kultusministerium schreibt eine Mindestzahl von 26 Kindern vor, die heuer noch erreicht wird. Nächstes Jahr sind es nur noch 24 - und eine Steigerung ist nicht in Aussicht. Bisher hat die Gemeinde noch keine offizielle Nachricht erhalten, aber ein negativer Bescheid vom Kultusministerium muss ins Auge gefasst werden. "Das beste wären mehr Kinder - und das Problem wäre aus der Welt", sagte die Abgeordnete. Hier müsse die Gemeinde Anreize schaffen, dass sich wieder mehr junge Familien ansiedeln. "Die Vorteile eines Dorfes gegenüber der Stadt müssen deutlicher herausgestrichen werden", warb Marianne Schieder für ein Leben auf dem Dorf.

Der Einfluss der Energiewende auf die Kraftwerksgruppe Pfreimd und der damit verbundene Gewerbesteuerausfall für die Gemeinde waren ein weiterer Schwerpunkt der Gesprächsrunde. Einen direkten Zusammenhang zwischen Energiewende und Rentabilität der Kraftwerksgruppe Pfreimd sah Marianne Schieder so nicht. Die Betreiber der Kraftwerksgruppe Pfreimd, die GDF Suez Energie AG, sei in den verschiedenen Energiebereichen aktiv. Für so einen Konzern sei es ein Leichtes, Gewinne der einen Sparte gegen Verluste auf einem anderen Sektor gegen zu rechnen.

Marianne Schieder zeigte sich überzeugt, dass die Rechnung mit dem Abschalten der Atomkraftwerke ganz anders aussehen wird. Jetzt decke die Kernenergie 47 Prozent der Grundlast in Bayern. Mit dem Abschalten müsse die Grundlast von alternativen Energieträgern erbracht werden - und daran habe auch die Wasserkraft ihren Anteil.

Kritik wurde auch geäußert am Energiekonzept der Bundesregierung. Hier hielt die Abgeordnete energisch dagegen. "Die Große Koalition hat ein schlüssiges Energiekonzept, das auch unter anderem eine Stromtrasse durch Bayern vorsieht und dem die CSU zugestimmt hat", betonte die Abgeordnete. "Die Stromtrasse in Bayern wird kommen", zeigte sich Marianne Schieder überzeugt.
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