"Trausnitzer Vision" umsetzen

Bis auf den letzten Platz war das "Landhaus" Pröls in der Bürgerversamlung besetzt. Aufmerksam folgten die Bürger den Ausführungen von Bürgermeister Martin Schwandner und Landrat Thomas Ebeling. Bilder: bnr (2)
Lokales
Trausnitz
05.10.2015
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Die "Trausnitzer Vision" zog sich wie ein roter Faden durch die Bürgerversammlung. Für Bürgermeister Martin Schwandner ist es oberste Prämisse, eine Gemeinde zu gestalten, in der sich Jung und Alt wohlfühlen und gemeinsam ihr Geschick in die Hand nehmen.

Gemessen an der Teilnehmerzahl steht Gemeindepolitik in Trausnitz hoch im Kurs. Denn der Saal im "Landhaus" war bis auf den letzten Platz besetzt, als Bürgermeister Martin Schwandner einen Rückblick über die siebzehn Monate seiner Amtszeit gab.

Große Sorge bereitet dem Bürgermeister die Einwohnerentwicklung, deren Kurve seit Jahren nach unten weist. Mit derzeit 968 Einwohnern gehört Trausnitz zu den kleinen Gemeinden im Landkreis. In 2014 standen drei Geburten sechs Sterbefällen gegenüber. Diese Entwicklung umzukehren ist das Hauptanliegen der Gemeinde. Erste Schritte dazu wurden bereits in die Wege geleitet. Neue Baugebiete in Trausnitz und Söllitz mit erschwinglichen Grundstückspreisen von 40 Euro je Quadratmeter können ein Anreiz für Bauwillige sein. Sondervergünstigungen für Familien sollen zudem die Entscheidung für Trausnitz erleichtern.

Thema schnelles Internet

Schnelles Internet ist auch für Trausnitz Zukunftsmusik. Die Arbeiten dazu beginnen in Kürze und werden nächstes Jahr abgeschlossen. "Wo sonst kann man sich zu solchen Konditionen ein Haus am See leisten?" warf Bürgermeister Schwandner die Frage in den Raum. Nach einer Durststrecke von drei Jahren hat sich die Gemeinde auch finanziell wieder erholt. Ein Haushalt von 3,24 Millionen Euro spricht eine deutliche Sprache. 1,75 Mio. Euro stehen für Investitionen bereit, die zu einem großen Teil in die Dorferneuerung in Trausnitz gesteckt werden. "Wir können alle Maßnahmen ohne Neuverschuldung finanzieren. Mit einer Prokopfverschuldung von 508 Euro liegen wir im gesunden Mittelfeld", zeigte sich der Bürgermeister optimistisch.

Nächstes Jahr wird die Dorferneuerung in Trausnitz fortgesetzt und im Anschluss soll Köttlitz folgen. Bei der Dorferneuerung werden auch private Maßnahmen gefördert, wie Architekt Hubert Liebl darlegte. Voraussetzung ist, dass es sich dabei um dorfgerechte Um- oder Neubauten handelt. Eine umfassende Beratung und die Einhaltung der Förderrichtlinien sind dabei unverzichtbar. Um den Bürger noch weiter in das gemeindliche Geschehen einzubinden, wird künftig die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert. Ein Schritt dazu ist ein neuer Internetauftritt der Gemeinde, der dem Bürger eine aktive Mitgestaltung erlaubt. Als Gast der Bürgerversammlung nahm Landrat Thomas Ebeling zu Punkten Stellung, die aus Landkreissicht die Gemeinde Trausnitz betreffen. Der Ausbau der SAD 30 von Köttlitz nach Söllitz wird 2016 in Angriff genommen.

Kaum Nahverkehr

Ein Dauerbrenner in Trausnitz ist der nahezu fehlende, öffentliche Nahverkehr. Der Landrat verwies auf die Schülerbeförderung, die auch den Bürgern zur Verfügung steht. Als touristisches Highlight hat sich der Goldsteig erwiesen, der auch durch Trausnitz führt. In Verbindung mit dem Natur- und Geschichtslehrpfad Rittersteig, der nächstes Jahr gebaut wird, wird Trausnitz eine weitere Aufwertung erfahren.

Bei der Bürgerversammlung werden traditionsgemäß Bürger geehrt, die sich im zurückliegenden Jahr durch besondere Leistungen ausgezeichnet haben. Heuer sind es zwei Damen aus Trausnitz, die durch besondere schulische Leistungen bestochen haben. Katrin Süss "baute" ihr Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,4 und Nadine Gradl legt ihre Prüfung als Kauffrau für das Gesundheitswesen mit 1,0 ab.
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