Bürgerversammlung in Trausnitz

Die Bürgerversammlung im "Landhaus" stieß auf großes Zuhörer-Interesse. Bilder: bnr (2)
Politik
Trausnitz
26.11.2016
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Bürgermeister Martin Schwandner zog in der Bürgerversammlung Bilanz.

Junge Menschen für ein Leben auf dem Dorf zu begeistern und dafür die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, ist das erklärte Ziel der Gemeinde. In der Bürgerversammlung legte Bürgermeister Martin Schwandner ein begeistert klingendes Plädoyer für die Pfreimdtal-Gemeinde ab.

(bnr) Der Besuch der Bürgerversammlung im "Landhaus" Pröls übertraf alle Erwartungen. Der große Saal konnte nicht alle Zuhörer fassen und selbst im Nebenraum wurde es eng. Für Bürgermeister Martin Schwandner war es eine Freude feststellen zu können, wie hoch im Kurs die Gemeindepolitik steht. An sechs Schlagwörtern zeigte das Gemeindeoberhaupt die rasche Entwicklung im Berichtszeitraum.

Seit Jahren ist die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde rückläufig. In 2016 konnte dieser Trend erstmals umgekehrt werden. Dreizehn Geburten standen acht Sterbefälle gegenüber. Aktuell leben 943 Bürger in der Gemeinde. Ein wichtiger Beitrag, gerade für junge Familien das Leben am Dorf attraktiv zu gestalten, ist die Dorferneuerung. "Sicherlich sind neue Straßen und schön gestaltete Plätze eine Bereicherung für einen Ort. Es macht aber nur Sinn, wenn diese mit Leben gefüllt sind", unterstrich der Bürgermeister die Motivation, die hinter den Anstrengungen steht.

Interessante Objekte


"Eine Familie, die sich für ein Leben auf dem Dorf entscheidet, sollte keine Nachteile gegenüber der Stadt haben. Im Gegenteil, sie sollte Vorteile in Anspruch nehmen können", so das Gemeindeoberhaupt weiter. Dazu zählen preisgünstiges Bauland, schnelles Internet, ein Dorfladen und der geplante Landkindergarten. Alles Einrichtungen mit denen die Gemeinde in Zukunft punkten kann. Immer öfters rückt der Altbestand von Gebäuden in den Fokus von Kaufinteressenten. Eine Datei, in der alle in Frage kommenden Objekte erfasst sind, soll die Möglichkeit eröffnen, gezielt und schnell auf die Anfrage reagieren zu können. Dazu ist es notwendig, dass diese Objekte der Gemeinde gemeldet werden.

Im Argen liegt nach wie vor der öffentliche Nahverkehr. Seit Jahren wird versucht hier eine Verbesserung zu erreichen. Bisher ohne nennenswerten Erfolg. Zu einer gut funktionierenden Gemeinde gehören aktive Vereine und das Engagement im Ehrenamt. Trausnitz ist hier gut aufgestellt. Beeindruckend gezeigt hat es das Ritterspektakel in den Sommermonaten. Jung und Alt haben zusammen etwas auf die Beine gestellt, das keinen Vergleich scheuen muss. "Das war das beste Beispiel für eine lebendige Gemeinde in der alle am selben Strang ziehen. Eine bessere Werbung kann sich eine Gemeinde nicht wünschen", freute sich der Bürgermeister über den großartigen Erfolg des Spectaculums.

Auch Missstände


Ein weiteres Mal appellierte er an das Wir-Gefühl der Bürger. Bei allen Anstrengungen sollte das Wohl der Gemeinschaft im Vordergrund stehen. "Das funktioniert nur, wenn sich alle an die Regeln halten", musste der Bürgermeister auf Missstände und Untugenden hinweisen, die sich in letzter Zeit eingeschlichen haben. Dazu gehören Diebstähle von Baumaterialien auf den verschiedenen Baustellen im Gemeindegebiet. "Aus einem Vierachser voll Schotter wird, bis er benötigt wird, ein Zweiachser voll", ist nur eines von mehreren Beispielen. Auch Grüngut wird trotz Container wild in der Gegend abgelagert. Besonders arbeitsintensiv wird dies, wenn es mit dem abgelagerten Häckselgut vermengt wird. Durch die Mitarbeiter des Bauhofes müssen diese Materialien wieder aussortiert werden. Bürgermeister Schwandner appellierte an die Vernunft und das Einsehen der Bürger, solche Missstände abzustellen.

Für eine Gemeinde ist es notwendig, mit ihren Vorzügen öffentlichkeitswirksam zu werben. Zu diesem Zweck hat die Gemeinde ein kleines Buch verfasst mit dem Titel: "Eine Gemeinde stellt sich vor". Trausnitzer Bürger haben darin auf 40 Seiten alles Wissenswerte beschrieben, was ihre Gemeinde lebenswert und außergewöhnlich macht. Das Gemeindebuch ist kostenlos im Gemeindehaus erhältlich. Seinen Bericht beendete Schwandner mit einem Gedanken aus dem Leitbild der Gemeinde: "Wir sind der ruhende Pol in einer teilweise verrückten Gesellschaft."
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