Dorfladen soll ins Bezzelhaus

Die Gemeinde will künftig Anstrengungen unternehmen, leerstehende Gebäude im Ortsbereich wieder zu nutzen. Ein Beispiel für viele ist das ehemalige Wirtshaus "Mugl", das seit 30 Jahren leersteht und nicht gerade ein Schmuckstück für die Hofmark ist. Bild: bnr
Politik
Trausnitz
24.02.2016
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Das Projekt "Dorfladen" in Trausnitz ist nun ein gutes Stück vorangekommen. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat für das erst kürzlich erworbene Bezzelhaus als künftigen Standort aus. Trotz vieler Leerstände im Ortsbereich gestaltete sich die Suche nach einer passenden Immobilie für den Dorfladen bislang schwieriger als erwartet.

Favorit war lange Zeit ein Gebäude direkt am Dorfplatz, für das der Besitzer jetzt Eigenbedarf angemeldet hat. Als Alternative blieb das Bezzelhaus, das sich baulich in einem guten Zustand befindet und die kostengünstigste Lösung darstellt. Ein Nachteil ist allerdings die ungünstige Verkehrsanbindung, die dem Gemeinderat noch Kopfzerbrechen bereitet. Ein bedeutender Vorteil dagegen ist die Nähe zur Jugendherberge, die potenzielle Kunden anlocken könnte. Gemeinderat Reinhard Schwarz stellte die Frage nach den Kosten, die auf die Gemeinde zukommen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine konkrete Aussage sehr schwierig, da noch keinerlei Planung vorliegt. "Der Dorfladen steht und fällt mit der Beteiligung der Bürger", stellte Bürgermeister Martin Schwandner unmissverständlich klar. Der Gemeinderat hat sich in einer früheren Abstimmung mehrheitlich für den Dorfladen entschieden und wird dieses Projekt auch künftig unterstützen.

Am 20. März plant das Organisatorenteam "Dorfladen" einen Infotag im Bezzelhaus, bei dem die Bürger einen Eindruck vom künftigen Dorftreffpunkt gewinnen können. "Hoffentlich können wir viele von unserem Konzept überzeugen und zum Kauf von Anteilen mit einem Stückpreis von 150 Euro bewegen", ist die Hoffnung der Organisatoren.

Ein Förderprogramm für die Sanierung von Altbauten und Leerständen im Gemeindegebiet soll Interessenten dazu bewegen, wieder in diese Gebäude zu investieren. Noch stehen die Beratungen dazu ganz am Anfang. Für Bürgermeister Martin Schwandner ist die fehlende staatliche Förderung von Altimmobilien auf den Dörfern mit ein Grund für die vielen Leerstände.

Bestandsaufnahme nötig


Anders als in der Stadt, in der mit Unterstützung der Städtebauförderung die Altbausanierung erst finanziell möglich wird, ist eine solche Förderung auf dem Land Fehlanzeige. Hier möchte die Gemeinde künftig unterstützend eingreifen.

Bevor es allerdings soweit ist, müssen in Frage kommende Objekt erst in einer Bestandsaufnahme ermittelt werden. "Bereits jetzt erreichen die Gemeinde Anfragen nach leerstehenden Objekten für die Sanierung oder Umbau. Wegen fehlende Daten muss die Verwaltung jedoch passen", erläuterte Bürgermeister Schwandner die Situation. Damit so etwas künftig nicht mehr vorkommt, soll eine Leerstanddatenbank alle notwendigen Informationen enthalten. Einig war sich der Gemeinderat darin, das Fördergebiet auf die gesamte Gemeinde auszudehnen.

Die Gemeinde kann keine große, finanziellen Zugeständnisse machen. Ihre Aufgabe wird es sein, als Vermittler zwischen Abgeber und Erwerber aufzutreten. Bereits jetzt können betroffene Grundstückseigentümer das Potenzial der laufenden Dorferneuerung nutzen, ihre Immobilie wieder auf Vordermann zu bringen.

Nach längerer Zeit lag dem Gemeinderat wieder ein Bauplan zur Einsichtnahme auf dem Tisch. Thomas Braun und Daniela Babl wollen ein Einfamilienhaus in Trausnitz bauen. Der Gemeinderat hatte dazu keine Einwände.
Der Dorfladen steht und fällt mit der Beteiligung der BürgerBürgermeister Martin Schwandner
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