Bei Familien Pluspunkte sammeln

In den Räumen der Grundschule entsteht ein Landkindergarten. Das Konzept des Architekten fand die Zustimmung des Gremiums. Bilder: bnr (2)
Vermischtes
Trausnitz
24.10.2016
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Architekt Christian Schönberger.

Der Landkindergarten in den Räumen der Grundschule nimmt konkrete Formen an. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus, mit der Planung zu beginnen.

Der Gedanke, in den leerstehenden Räumen der Grundschule einen Kindergarten zu etablieren, stand bereits im Juli auf der Tagesordnung. Ohne ein konkretes Konzept wollte sich jedoch keiner der Räte näher mit der Angelegenheit befassen. Landkindergärten dienen dazu, Betreuungseinrichtungen für Kinder auf dem Land zu erhalten. Kleinere Einrichtungen - bis 25 Kinder - können in Bayern eine Sonderförderung erhalten. Diese Chance will auch der Gemeinderat nutzen. Architekt Christian Schönberger wurde damit beauftragt, die Möglichkeiten für einen Landkindergarten zu eruieren und eine erste Kostenschätzung vorzunehmen. In der letzten Sitzung stellte der Planer sein Konzept vor. Unterstützt wurde er dabei von Gabi Schönberger, der Leiterin des Kindergartens in Pfreimd.

Grundsätzlich können zwei Arten der Kinderbetreuung in Betracht gezogen werden: Eine Betreuung der Kinder von drei bis sechs Jahren oder eine Betreuung der Kinder vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr. Beide Möglichkeiten haben ihre Besonderheiten. Bürgermeister Martin Schwandner konnte den Gemeinderat davon überzeugen, das eine Betreuung vom ersten Lebensjahr an für Trausnitz die bessere Alternative ist. Gerade Kinder unter drei Jahre dürfen nur in Begleitung ihrer Eltern mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Kindergarten transportiert werden. Für berufstätige Eltern auf dem Lande ein schier unüberbrückbares Hindernis. Der Bürgermeister ging noch weiter, auch die Kinder der Grundschule, die im selben Gebäude untergebracht sind, sollten die Möglichkeit haben, unter Aufsicht auf den Heimtransport warten zu können. Auch ein Mittagstisch für alle Kinder könnte vieles erleichtern. Das Beste wäre eine eingruppige Kindertagesstätte mit bis zu 25 Kindern.

Dieser Argumentation schloss sich auch der Gemeinderat an. Architekt Christian Schönberger ging nun konkret auf seine Planung ein. Das Schulgebäude, das vor 25 Jahren umfangreich renoviert worden ist, befindet sich baulich in einem guten Zustand. Auch die Barrierefreiheit wurde an vielen Stellen berücksichtigt. Der Kindergarten sollte im Erdgeschoss, die Grundschule im oberen Stockwerk untergebracht werden. Dazu wären einige bauliche Veränderungen notwendig, die in Trockenbauweise ausgeführt werden könnten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den sanitären Anlagen und dem Schallschutz. Auch eine Küche ist vorgesehen.

Anteil 160 000 Euro


Für die Kleinkinder müssen zusätzlich Schlafgelegenheiten geschaffen werden. All dies ist möglich, ohne das Gebäude zu erweitern. Ein Umgestaltung ist auch in den Außenanlagen notwendig. Dem Bewegungsdrang der Kinder muss Rechnung getragen werden. Die geschätzten Kosten für den Landkindergarten belaufen sich auf 415 000 Euro. Von staatlicher Seite ist eine Förderung von 255 000 Euro zu erwarten. Der Gemeindeanteil liegt bei 160 000 Euro.

Gemeinderat Reinhard Schwarz sah sich zu der Frage veranlasst: "Können wir uns die späteren Folgekosten überhaupt finanziell leisten?" Der Bürgermeister machte die Gegenrechnung. Der jährliche Betriebszuschuss an die Kindergärten in Pfreimd beträgt 70 000 Euro zusätzlich der Zuschuss zum Bustransfer. An Strom und Heizung muss durch die Grundschule sowieso eine Grundlast aufgebracht werden. Die zusätzlichen Betriebskosten für den Kindergarten sind dadurch wesentlich geringer. Insgesamt würden sich die Kosten auf dem jetzigen Level einpendeln. Was besonders in die Waagschale fällt ist die Tatsache, dass der Leerstand in der Schule beseitigt und die Familienfreundlichkeit des Wohnortes Trausnitz gesteigert wird.

Bezug im September 2017?


Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dahingehend aus, Architekt Schönberger mit der Planung zu beauftragen und die Maßnahme bis 31. Dezember bei der Regierung zu beantragen. Nach sehr optimistischen Aussagen könnte bereits im September 2017 in die Räume des Kindergartens eingezogen werden.
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