Mit Barem gegen Abwanderung

Nach alten Quellen soll der Sachsenturm noch aus der Zeit Karls des Großen stammen, als Trausnitz noch Sessenkirchen hieß. Eine umfangreiche Sanierung wird den Sachsenturm und die Versöhnungskapelle für die Nachwelt erhalten. Bild: bnr
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Trausnitz
22.08.2016
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Junge Familien in Trausnitz halten oder neu an siedeln - das ist seit Jahren das erklärte Ziel des Gemeinderates. Künftig soll es Bares geben. Geld muss auch die Kirchenstiftung für die Sanierung des Sachsenturmes und der Versöhnungskapelle in die Hand nehmen.

Die Bereitstellung von preisgünstigem Bauland, Breitbanderschließung oder die mögliche Errichtung eines Landkindergartens sind nur einige Punkte, die Gemeinde attraktiver zu gestalten. Künftig soll ein kommunales Förderprogramm, die Entscheidung für Trausnitz noch leichter zu machen. Wie so viele Gemeinden in der Oberpfalz, so will sich auch Trausnitz mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen ein weiteres Abwandern junger Familien stemmen.

Ein kommunales Förderprogramm, angelegt auf vorerst drei Jahre, begünstigt vor allem Familien, die sich für den Erwerb einer Immobilie oder den Neubau eines Eigenheimes in der Gemeinde entscheiden. Mit bis zu 5000 Euro unterstützt die Gemeinde die geplante Investition. Entscheidend ist die Größe und das Einkommen der Familie. Das Programm läuft vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2019.

Eine Leerstandsdatei


Ein weiterer Schritt, ältere Immobilien wieder mit Leben zu füllen, ist die Installierung einer Leerstandsdatei. Die Gemeinde erreichen immer wieder Anfragen nach älteren Gebäuden, die zum Verkauf oder zur Vermietung stehen. Bisher kann die Kommune darauf nur in Einzelfällen reagieren. Abhilfe soll eine Leerstandsdatei bringen, die alle in Frage kommenden Gebäude enthält. Dazu ist das Mitwirken der Besitzer erforderlich, ihre Gebäude der Verwaltung zu melden. Die Kommune unterstützt dann den Verkauf oder die Vermietung als Vermittler.

Die Kommune beteiligt sich am staatlich geförderten Programm "Bayern-WLAN". Als Standorte für den jeweiligen "Hot Spot" ist die Jugendherberge und der Platz vor dem Rathaus vorgesehen. Diese beiden Orte werden am meisten von Gästen oder Wanderern frequentiert und ergeben daher den meisten Sinn. Zu Irritationen und Nachfragen führte die Überprüfung der Standsicherheit von Grabsteinen, die in den zurückliegenden Wochen von einer zertifizierten Firma durchgeführt worden ist. 40 bis 50 Besitzer von Grabdenkmäler erhielten die Nachricht, dass die Grabsteine wackeln und somit eine Gefährdung darstellen. Die Gemeinde weist darauf hin, dass der Eigentümer für die Standsicherheit zuständig ist und im Falle eines Schadens auch dafür haften muss.

Um die Standsicherheit und die Beseitigung von aufgetretenen Wasserschäden geht es auch bei der geplanten Sanierung des Sachsenturmes und der Versöhnungskapelle. Beide Gebäude sind von größter historischer Bedeutung. Die letzte Sanierung reicht in das Jahr 1984 zurück. Seither sind wieder an verschiedenen Stellen Schäden aufgetreten.

Stattliche Kosten


Die Katholische Kirchenstiftung beantragte deshalb die denkmalpflegerische Erlaubnis zur Sanierung der Versöhnungskapelle mit Sachsenturm. Die Bausumme beläuft sich nach ersten Schätzungen auf 700 000 Euro. Zur Finanzierung tragen verschiedene Fördertöpfe des Bistums und des Freistaates bei.
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