Pflegedienstleiterin informiert über den Umgang mit Demenzkranken
Das richtige Maß finden

In einem interessanten Vortrag setzten sich Kerstin Neidl (Zweite von rechts) und ihre Mitarbeiterin Azra Skenderivic (Zweite von links) mit der Krankheit Demenz auseinander. Für den Vortrag bedankten sich Pfarrer Hans Spitzhirn und Maria Müller, Vorsitzende des Frauenbundes. Bild: bnr
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Trausnitz
04.02.2016
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Etwa 1,5 Millionen Menschen mit einer demenziellen Erkrankung leben in Deutschland. Mit diesem, für jeden wichtigen Thema setzte sich ein Vortrag im Pfarrheim auseinander, zudem der Frauenbund und der Krankenpflegeverein gemeinsam eingeladen hatten. Wertvolle Hinweise zum Umgang mit den Erkrankten gab Kerstin Neidl, Pflegedienstleiterin der Caritas-Sozialstation in Nabburg.

Demenz ist kein einheitlich definiertes Krankheitsbild. Diese Erkrankung des Gehirns äußert sich in den verschiedensten Symptomen, die zunächst Kurzzeitgedächtnis und Merkfähigkeit beeinträchtigen, im Laufe der Zeit aber auch mehr und mehr Einfluss auf das Langzeitgedächtnis und die Denkfähigkeit haben. Zwei Drittel aller Demenzen sind Alzheimererkrankungen. Eine gesicherte Diagnose kann nur der Arzt stellen. Aus ihrer langjährigen Erfahrung konnte Kerstin Neidl an vielen Beispielen deutlich machen, wie sich die Demenz in Laufe der Zeit entwickelt.

Für alle Betroffenen gilt: die Krankheit ist nicht heilbar. Medikamente versprechen im besten Fall eine Verzögerung. Die Diagnose Demenz löst oft bei Betroffenen und Angehörigen einen Schock aus. Es braucht Zeit, diesen zu überwinden. Es braucht ebenso Zeit, die Versorgung eines demenziell erkrankten Menschen zu organisieren. Auch in der Pflege heißt es, das richtige Maß zu finden. "Es nützt weder dem Patienten noch der pflegenden Person, wenn Pflege in Selbstzerstörung endet", lautete der Rat der Expertin.

Wichtig ist es, dem Patienten Sicherheit und Vertrauen zu geben. Der Demenzkranke muss immer als Erwachsener gesehen werden. Vielerorts gibt es Pflegestützpunkte, die Hilfe im Pflegealltag anbieten. Entsprechende Adressen sind bei den Krankenkassen, in der Arztpraxis oder im Rathaus zu erfragen. Die Leistungen, die Betroffenen und ihren Angehörigen aus der Pflegeversicherung zustehen, sind gesetzlich festgelegt. Frauenbund-Vorsitzende Maria Müller brachte auf den Punkt, was kein noch so gutes Gesetz zu leisten mag: "Bei der Pflege kommt es auf die Solidarität der Generationen an."
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