Infotag in der Kraftwerksgruppe Pfreimd

Die Kraftwerksgruppe Pfreimd leistet einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende. Diese zukunftsträchtige Bedeutung sichert ihren Fortbestand über viele Jahre.
Wirtschaft
Trausnitz
21.11.2016
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Das Pumpspeicherkraftwerk bei Reisach (Gemeinde Trausnitz) behält auch der Namensänderung seine Funktion für die Stromerzeugung in der Region. Bild: bnr

(bnr) Informationen aus erster Hand zum aktuellen Stand der Kraftwerksgruppe Pfreimd erhielten Kommunalpolitiker aus Pfreimd, Trausnitz und Tännesberg. Die erneute Namensänderung befeuerte die Gerüchteküche und schürte Ängste in der Bevölkerung.

Es ist erst sieben Jahre her, da tauchte zum ersten Mal der Schriftzug GDF Suez auf den Hinweisschildern zur Kraftwerksgruppe auf. Die Übernahme des Kraftwerkes durch den großen französischen Konzern wurde oftmals mit Argwohn beäugt. Für viele war es das Ende "ihres Kraftwerkes". Die großen Investitionen der letzten Jahre in den Hochspeicher und den Kraftwerken beruhigten die Stimmung wieder. "Wer soviel Geld investiert, der wird die Anlage nicht zumachen", so die einhellige Meinung.

Vor einem Jahr begann das Spiel von neuem: Aus GDF Suez wurde ENGIE, und die Zweifel begannen erneut. In dieser Sache Klarheit zu schaffen, war eine der Aufgaben des Infotages. Dr. Karl-Peter Thelen, Mitglied der Geschäftsleitung der ENGIE Deutschland AG mit Sitz in Berlin, konnte die Beweggründe der Umstellung ins rechte Licht rücken. Die Namensänderung habe nichts mit dem bestehenden Besitzverhältnis zu tun. Mit ihr einher gehe die Änderung der Konzernstrategie. Der französische Mutterkonzern ENGIE SA ist eines der führenden Unternehmen bei Strom, Erdgas und Energiedienstleistungen. Er beschäftigt weltweit 155 000 Mitarbeiter. Unter seinem Dach sind viele Firmen mit unterschiedlichen Namen zu finden. Allein der ENGIE Deutschland AG gehören 30 Niederlassungen an, die in den verschiedensten Geschäftsbereichen tätig sind. Um ein einheitliches Auftreten auf den Weltmärkten zu schaffen, führen künftig alle Firmen den Namen ENGIE.

Eine der größten Herausforderungen für den Konzern ist die Energiewende weg von der Atomkraft und den fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien. Über das Ziel sind sich Wirtschaft und Politik einig, der Weg dahin wird aber von beiden Seiten unterschiedlich angegangen. MdB Marianne Schieder, die die Energiewende von der politischen Seite aus beleuchtete, sprach sich gegen Atomstrom aus und unterstrich die Notwendigkeit zum geplanten Netzausbau. Gerade nach 2022, dem geplanten Atomausstieg, sei eine sichere Stromversorgung unumgänglich. Das Pumpspeicherkraftwerk leistet auch zukünftig als sekundengenauer, flexibler Stromspeicher nachhaltig einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Netzes und damit auch zur Energiewende.

Seit über 60 Jahren steht die Kraftwerksgruppe Pfreimd für eine saubere und sichere Erzeugung von Strom in der Oberpfalz. "Dies soll auch künftig so bleiben", lautet die Kernaussage des Kraftwerksbetreibers. Bei der großen Überholung der Anlage im Jahre 2015 wurden die elektrischen, mechanischen und baulichen Komponenten umfassend saniert und die Leistung um acht Prozent gesteigert. Neben der Stromerzeugung, -speicherung und Netzstabilisierung erfüllen die Anlagen noch weitere Aufgaben in der Region, insbesondere beim Hochwasserschutz. Jedes Jahr machen sich über 2000 Besucher selbst ein Bild, welch wichtige Rolle die Wasserkraft bei der Energiewende spielt. Aber nicht nur die energetischen Gesichtspunkte unterstreichen die Bedeutung der Kraftwerksgruppe für die Pfreimdtalgemeinden. Auch der Freizeitwert des Stausees und des Hochspeichers wird von vielen Erholungssuchenden überaus geschätzt. Nicht zu vergessen ist das attraktive Fischgewässer für die Freizeitangler.
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