Ausflug in bayerische Tiefen

Franziska Wanninger. Bild: hfz
Kultur
Ursensollen
21.05.2015
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Franziska Wanninger, Gewinnerin des Regensburger Thurn- und-Taxis-Kabarettpreis 2012, war mit ihrem Soloprogramm "Just und Margit" im "kubus" Ursensollen zu Gast. Wanningers erstes Soloauftritt ist ein wildes Potpourri bayerischer Skurrilität. Mit Ende Zwanzig als Single auf eine Hochzeit gehen? Noch dazu auf dem Land, wo fast jeder spätestens mit Mitte zwanzig schon die passenden Fliesen fürs gemeinsame Bad ausgesucht hat?

Mit dieser typischen Ausgangssituation nimmt die Nachwuchskabarettistin ihre Zuhörer mit auf eine Reise in die Untiefen der bayerischen Heimat. Sie spielt sich mit schauspielerischer Treffgenauigkeit durch die verschiedensten skurrilen Situationen. Wanninger deckt sie auf, die Hinterfotzigkeiten und Rituale des Landlebens. Die 32-jährige gebürtige Oberbayerin erzählt pointiert und rasant, hintersinnig-bissig, aber auch liebenswert-mitreißend von selbst gemauerten Badewannen, vom tiefer gelegten BMW, vom ewigen Studieren, von Träumen jenseits des Weißwurstäquators, der Trennung vom Thomas und der ewigen Frage, ob Liebe wirklich vergeht und Hektar besteht. Als Zugabe gewährt Wanninger bereits einen kurzen Einblick in ihr zweites Soloprogramm "Ahoi be - guad is guad gnua", mit dem sie in Kürze auf Tour geht.

Die Regie stammt fast ausschließlich von der Künstlerin selbst. Für den endgültigen Feinschliff hat sie Marinus Gasteiger und Walter Wanninger ins Boot geholt. Letzterer hat in den 60ern mit Rainer Werner Fassbinder Theater gemacht und ist Wanningers Onkel.

Aufgrund einer Fehlinformation vermeldete "Der Neue Tag" irrtümlich, der Auftritt Franziska Wanningers würde ausfallen. Trotzdem fanden über 60 Zuhörer den Weg in den "kubus". Wir bitten, dieses Versehen zu entschuldigen.
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