Die Bauernsfünfer in Ursensollen
Lieber Henna als an Zen-Garten

Die Bauernsfünfer liefen im Kubus zur Höchstform auf - mit muhenden Kühen und Gummistiefeln. Bild: kge
Kultur
Ursensollen
16.11.2016
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Mit dem Lied von der Sau, die der Bauer schließlich so sehr liebt, dass er sie doch am Leben lässt, begannen die Bauernsfünfer ihren Einblick ins Landleben. Als die drei Musiker und Kabarettisten nach zwei Stunden zum Ende kamen, war der Saal begeistert - und ließ sie nur nach Zugaben gehen, um ihre Tonträger zu verkaufen.

Amberg. Mit imaginären Laserstrahlen am Himmel, die am Rande dörflicher Ansiedlungen den Weg zur Bauerndisco weisen, und dem Vormachen der drei Tanzstile der dortigen Jugend, schlossen die Künstler ihr Programm im Kubus. Und Uli Radl riss sich das T-Shirt vom Leib, weil er schwitzte "wie a Sau".

Drei Bauernsfünfer


"Wie viele Musiker sind denn jetzt eigentlich die Bauernsfünfer?", fragten sich Besucher in Ochsensulln. Dass der Ort im heimischen Dialekt so heißt, hatten ihnen Dominik Niklas und Uli Radl von der Bühne aus beigebracht.

Außer den beiden - statt fünfen - war noch ein dritter im Bunde: Ihr Weberknecht, wie sie Bernd Pirner neckisch nennen - "der nur zu ganz ausgesuchten Auftritten mitkommen darf", normalerweise die ganze Schlepperei übernehmen muss und an diesem Abend das Duo rhythmisch perfekt mit diversen Percussions-Instrumenten begleitete. "Aber ich stamm' aus Hackern und nicht aus Edelsfeld", betonte er.

Ach ja, und nicht zu vergessen ihr elektronischer Partner, der Looper. Eine technische Hilfe, die sie Kevin getauft haben und die bei richtiger Funktion vorgegebene Soundeinheiten (Pattern) aufzeichnete und wiedergab. Beim Lied vom Nachbarn, der immer alles anders macht, als man selber, hatte er beim ersten Versuch einfach gestreikt. Ganz locker sahen die Spaßvögel über ihre Probleme hinweg und spielten erst einmal ein anderes Stück.

In Gummistiefeln


Mit ständig wechselnden Instrumenten zeigten Niklas und Radl die enorme musikalische Spannbreite ihres Könnens. Ihre Liebe zur ländlichen Bevölkerung, zu deren Tieren und Leben war das Thema des Programms. Mit ihrer lustigen Aufmachung in Gummistiefeln, den volkstümlichen Instrumenten und ihren originellen Texten nahm man ihnen das auch vollends ab. "Wir sind gerade dabei, eine dritte CD aufzunehmen. Premiere ist nächstes Frühjahr in Sulzbach-Rosenberg, wos uns gfallt." Ihre nicht ernstzunehmende Abneigung gegen die Stoderer (Amberg) führte sie zwar auch schon dorthin - "aber nicht gern". So zogen sie es vor, ihre köstliche Show an dörflichen Auftrittsorten zu spielen.

Glänzend amüsiert


Da hatten sie im Kubus - bei aller Bescheidenheit - allerdings auch ein ausverkauftes Haus. Egal, aus welchem Teil der Oberpfalz das Publikum kam: Es amüsierte sich glänzend über den Dialekt, die scharfsinnige Beobachtung der Mitmenschen und die ausgefallenen Ideen der vermeintlichen Jungbauern.

Beim "spirituellen Teil des Abends" bekam man den guten Rat, sich keinen Zen-Garten anzulegen, sondern sich lieber Henna (Hühner) anzuschaffen: "Da geh i morgens um sechs raus, dann stell i mi hi, schau a weng. mittags bring i die Reste vom Essn, stell mi hin, schau a weng...Und abends glei numal..."

Bauernsfünfer-Zitate"Wer von euch hat a Sau dahoam? Also im Stall..."

"Mir geht's beschissen, i brauch a Kirschkernkissen und an Mondstein für d' Hand."

"Fällt im Stall die Heizung aus, fällt die Milch in Würfeln raus"

"XL-Ei is schee. Aber tut im Hintern weh!"

"Auf fäißbuk sam ma a" - und zeigten dabei auf die Gummistiefel.
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