Haagerthaler Bauernbühne im Kubus
Wenn's pressiert, wird improvisiert

Aua! Das hat weh getan. Was da wohl in Franz (Edi Ströhl, Mitte) gefahren ist?, das fragt sich Rosa (Vroni Meier, links). Viehhändler Anton (Toni Schuster, rechts) kann jedenfalls gar nicht hinsehen. Bild: brü
Kultur
Ursensollen
10.04.2016
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Die Haagerthaler Bauernbühne ist ein Besuchermagnet. Wie in den vergangenen Jahren waren die sechs Vorstellungen im Gasthaus Michl in Oberleinsiedl ausverkauft. Gleiches Bild im Kubus in Ursensollen bei den Vorstellungen am vergangenen Freitag und Samstag.

Mit ihrem Stück "Suche Mann für meine bessere Hälfte" kamen die acht Protagonisten um Regisseur Hubert Schuster mit seiner Assistentin Heidi Schuster auch beim Publikum in Ursensollen bestens an. Zumindest wenn man die äußerst positive Resonanz des Publikums, das die gut dreistündige Aufführung mit viel Szenenapplaus quittierte, als Maßstab nimmt.

Ideal fürs Theaterspielen


Schuster, der nach eigener Aussage gerne zu Gast in Ursensollen ist, betont: "Die Ausstattung des Kubus ist ideal fürs Theaterspielen. Für diese Möglichkeit beneidet uns so manch andere Gruppe." Er sieht dabei aber auch eine gewisse Herausforderung: "Die Bühne ist um einiges größer als die in Oberleinsiedl", erläuterte er gegenüber unserer Zeitung. "Da müssen sich die Schauspieler schon etwas mehr als nur ein bisschen umstellen."

Dass sie das können, ihre Rollen seit der Premiere mittlerweile voll verinnerlicht haben, zeigten sie eindrucksvoll. Helmut Wedel als Bauer Max mit eingebildeter Krankheit, Vroni Meier als seine genervte Frau, der Vater von Max mit Edi Ströhl, Angela Pröls in der Rolle der Schwägerin, die Magd Bruni, gespielt von Nina Schuster, Stephanie Dotzler als Gemeindeschwester, Toni Schuster als Viehändler Anton und auch Harry Ebenhöch als gutmütiger Pfarrer sorgten allesamt mit vollem Einsatz für viele Lacher im Publikum.

"Wenn man die Darsteller persönlich kennt, entsteht eine viel emotionalere Atmosphäre im Theater", fasst Schuster die Stimmung zusammen. "Dabei denke ich, ist es für die Gemeinde Ursensollen schön, dass neben den vielen auswärtigen Künstlern im Kubus auch eine einheimische Theatergruppe regelmäßig Aufführungen anbietet."

Hierzu werden die Haagerthaler auch durch die Gemeinde selbst bestens unterstützt. Der Vorverkauf läuft weitgehend über die Gemeindeverwaltung, die Bühnenkulissen können in den Räumen neben dem Rathaus gelagert werden. Und nach Schusters Worten hat auch Fachreferentin Nina Forster immer ein offenes Ohr für die Gruppe.

Verpflegung in den Pausen


Neben dem Stück auf der Bühne sorgte der Schützenverein aus Oberleinsiedl mit einigen Helfern dafür, dass es an Verpflegung in den Pausen nicht mangelte. Nebenbei wurde dort auf das ausgiebigste über das Stück gefachsimpelt. "Der Toni Schuster ist einfach genial. Welche Grimassen der schneiden kann" war zu hören. Genauso wie "Lustig, wie sich die Irmine um den Max kümmert. Das erinnert mich irgendwie an Dich und Deine Mutter" oder ganz allgemein gehalten "So viel gelacht hab ich lang nicht mehr. Das ist bis jetzt eines der besten Stücke."

Einfach improvisiert


Dass der ein oder andere Texthänger dabei war, wird den meisten nicht aufgefallen sein. Gekonnt wurden Abweichungen überspielt, oder es wurde einfach improvisiert. Eventuell ist diese Kunst bei den Laiendarstellern gerade das, was die Haagerthaler Bauernbühne ausmacht und warum sie so viel Zuspruch erfährt.
Die Ausstattung des Kubus ist ideal fürs Theaterspielen. Für diese Möglichkeit beneidet uns so manch andere Gruppe.Regisseur Hubert Schuster
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