Max Barnabas und sein Revueorchester in Ursensollen
Swingender D-Zug braust durchs Kubus

Die Männer sind schon die Liebe wert. Das singen zumindest Frontmann Max Barnabas (Mitte), Kontrabassist Markus Müller (links) und Gerhard Wagner am Saxofon (rechts). Bild: tat
Kultur
Ursensollen
07.04.2016
34
0

Wer sich auf einen ruhigen Abend mit Musik aus den 1940er- bis -60er-Jahren gefreut hatte, war im Kubus in Ursensollen definitiv fehl am Platz: Max Barnabas und sein Revueorchester brausten wie ein swingender D-Zug mit Pauken und Trompeten durch den Saal.

Das Unglaubliche: Es war das allererste abendfüllende Konzert der zehn Profi-Musiker aus Nürnberg, denn das Orchester gibt es erst seit August vergangenen Jahres. Mit drei Saxofonen, zwei Trompeten, Posaune, Schlagzeug, Kontrabass, Klavier und Stimme waren Max Barnabas und sein Revueorchester erstmals beim Ursensollener Neujahrsempfang zu hören. Dabei haben sie so mächtig Eindruck hinterlassen, dass die Formation nun ihr ganzes Können in einem eigenen Konzert präsentierte.

Und das konnte sich richtig sehen und hören lassen. "Wir haben draußen schönes Wetter, aber hier gibt es noch schönere Musik", versprach Frontmann Barnabas und sollte damit absolut Recht behalten.

Mit irrem Tempo ins Ohr


Seine kleine Big Band interpretierte bekannte Hits wie "Musik ist Trumpf", "Sag mir quando, sag mir wann", "Der Theodor im Fußballtor" oder "Die Moritat von Mackie Messer" mit einer solchen Wucht und Leidenschaft, dass einige Gäste im gut besuchten Saal bereits nach kurzer Zeit aus vollem Halse mitsangen.

Auch mit Stücken unbekannterer Komponisten spielten sich die Künstler in teilweise irrem Tempo in die Ohren der Zuhörer. Und die unverwechselbare, ausdrucksstarke Bass-Stimme des Orchesterleiters, der den Gesangspart übernahm, tat ihr Übriges, die beswingte Reise in frühere Zeiten perfekt zu machen.

Neben der hohen musischen Qualität waren weitere Faktoren für den rundum gelungenen Abend entscheidend. Max Barnabas hat sich die Orchestermitglieder vergangenes Jahr zwar auch nach ihrem Können ausgesucht. "Aber nicht nur die Qualität des Musizierens ist wichtig, fast wichtiger sind das menschliche Harmonieren und die gemeinsamen Schwingungen füreinander. Der Spaß und die Freude am Spielen stehen klar im Vordergrund", betonte der ausgebildete Sänger und Saxofonist. Diese Lust am Musikmachen war bis in die letzte Ecke des Saales spürbar. Auch die Auswahl der durchweg schwungvollen Musikstücke konnte man nur als gelungen bezeichnen. Die Anmoderationen von Max Barnabas sorgten für den nötigen Durchblick. Das Publikum selbst bekam bei einer Nummer die Gelegenheit, das Ensemble mit seinen Sangeskünsten zu unterstützen, und eine schöne Prise Entertainment gab zusätzlich Würze.

Donnernder Applaus


Nach fast zwei Stunden Swing, lateinamerikanischer Tanzmusik und Schlager neigte sich der ohrenbetörende Abend mit "Danke schön" dem Ende zu. Natürlich musste das Orchester zwei Zugaben spielen. Auch der Chef persönlich gab noch einmal alles und stellte seine Qualitäten an der Klarinette unter Beweis. Unter donnerndem Applaus und Bravo-Rufen verließen die zehn Musiker dann endgültig die Bühne.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.