Vincent und Fernando geben vorweihnachtliches Konzert im Kubus
Champagner als lästige Pflicht

Vincent (mit Gitarre) und Fernando unterhielten ihr Publikum mit weihnachtlichen und alpenländischen Liedern. Bild: gf
Kultur
Ursensollen
15.12.2015
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Wären nur Otto und Ulrich Messner angekündigt worden, hätte im Kubus sicher gähnende Leere geherrscht. Aber unter ihren Künstlernamen füllen die Brüder aus Südtirol Konzertsäle: Vincent und Fernando.

Der größte Erfolg in ihrer fast 30-jährigen Sänger-Karriere ist einige Jahre her, denn 2009 gewannen die beiden mit ihrem "Engel vom Marienberg" den Grand Prix der Volksmusik. Natürlich fehlte dieses stimmungsvolle Lied nicht in ihrem Repertoire.

Vor gut zehn Jahren waren die Brüder noch als "Musimocher" unterwegs, ehe Norbert Rier von den Kastelruther Spatzen das Talent der beiden erkannte und Kontakte zu Produzenten und Plattenfirmen vermittelte. Dann ging es mit Vincent und Fernando nur mehr bergauf.

Playback zu laut


Einziger Wermutstropfen im Kubus war das zu starke Playback, bei dem die kräftigen Stimmen von Vincent und Fernando fast untergingen. Dass die beiden Südtiroler singen können, bewiesen sie mit "Halleluja", ohne Playback, nur begleitet von Vincent mit der Gitarre. Fernando plauderte aus seinem Leben, wäre gern noch einmal Kind, erinnerte sich an die Zeiten, als um Weihnachten Geschichten vom Christkind erzählt wurden. Glücklich sind die beiden mit ihrer Heimat Südtirol, denn sie dürfen dort leben, wo andere den Urlaub verbringen.

Vincent und Fernando zündeten die Lichterketten für den Frieden an, "damit dunkle Schatten keine Macht mehr haben". Musik könne nicht heilen, so Fernando, aber über manches Tief hinweghelfen. Über Glück und Schwein sinnierte der Südtiroler, denn in seiner Heimat, aber auch in der Oberpfalz sei "Glück gehabt" oder "Schwein gehabt" eine gängige Redewendung.

Weihnachtliche Stimmungslieder und Hits der vergangenen zehn Jahre wechselten sich ab: die "Gartenbank hinterm Haus", "Butterfly", "Zünd eine Kerze an" oder die "Familie vorm Weihnachtsbaum". Zufrieden sollte man sein, so Fernando, wenn nicht den ganzen Tag, dann wenigstens an seinem Ende, am Abend. Immer Champagner könne auch eine lästige Pflicht werden, da sehne man sich gelegentlich schon nach Freunden, die dann aber nicht da seien.

"Es wird scho glei dumpa" oder "Ave Maria" sind Melodien, die unter die Haut gehen, auch die Sternstundenzeit, die ewig bleiben sollte. Damit verabschiedeten Vincent und Fernando ihre Zuhörer in die Vorweihnachtszeit.
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