Das neue Ursensollener Gemeindebuch ist erschienen - Nicht nur Luftbilder
Eine Arbeit von sieben Jahren

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Lokales
Ursensollen
20.10.2015
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Die internationale Plattform der Frankfurter Buchmesse habe man zur Präsentation des Ursensollener Gemeindebuchs nicht mehr geschafft, scherzte Autor Robert Stammler, aber im Kubus sei man doch besser aufgehoben. Und tatsächlich war der Saal voll besetzt, als am Samstag das neue Buch über die Gemeinde Ursensollen präsentiert wurde. Es ist erst einmal in einer Auflage von 1000 Stück vorrätig.

Die Idee dazu ging von Bürgermeister Franz Mädler aus. Ein Buch über eine ganze Gemeinde helfe mit, eine organisatorische Einheit noch besser zu einer Gemeinschaft, zu einer menschlichen Einheit zu verbinden, sich zusammengehörig zu fühlen und auf die engere Heimat stolz zu sein, meinte Mädler im Kubus.

Zuerst nicht begeistert

Ein Buch zu machen sei eine langwierige Aufgabe, denn ein kompetenter Autor, Fotografen, Gestalter, Layouter, Druckerei und natürlich Käufer müssten zusammengebracht werden. Dafür sei ein langer Atem notwendig. Bereits vor sieben Jahren, so Mädler, habe er mit Günter Moser, dem damaligen Leiter des Buch & Kunstverlags Oberpfalz, Kontakt aufgenommen, aber Mosers Begeisterung habe sich in Grenzen gehalten. Denn nur die Luftbilder der 38 Ortschaften der Gemeinde zwischen zwei Buchdeckel zu bringen, hätte ihn unterfordert. Der Verlagsleiter wollte auf dem Boden bleiben, die Menschen und deren Leben, Feiern und Arbeit, Geschichte, Kultur und Natur in Wort und Bild dokumentieren, gewürzt mit Luftbildern.

Beim Autor, so Franz Mädler, habe er sich an den früheren AZ-Redakteur Robert Stammler erinnert, der 2005 seine ersten drei Bürgermeisterjahre mit "Ochsensollen war einmal" kommentiert hatte. Stammler sei ein Wortakrobat, der mit scharfem Auge die Gemeinde Ursensollen betrachte, sie mit spitzem Stift und zwinkerndem Auge beschreibe. Günter Moser und Robert Stammler hätten ein Zeitdokument geschaffen, das sicher Jahrzehnte, wahrscheinlich Jahrhunderte überstehen werde. In dem Buch werde von einer Zeit erzählt, in der die Gemeinde Ursensollen große Fortschritte mache. Ein Buch müsse aber auch gedruckt werden, sagte Mädler, und da habe die Ortschaft nun sogar seine eigene große Druckerei zu bieten, die für das neue Werk eingespannt wurde. Im Gewerbepark schaffen "die printzen", derzeit noch in Amberg ansässig, nächstes Jahr mit einem gut 3000 Quadratmeter großen Firmengebäude über 70 Arbeitsplätze.

Leichtsinnige Zusage

Robert Stammler meinte, die Mädler gegebene Zusage, das Gemeindebuch zu schreiben, sei leichtsinnig gewesen, denn Artikel über Tagesgeschehen seien ihm in seiner 35-jährigen Tätigkeit als AZ-Redakteur wesentlich leichter gefallen. Lange habe es gedauert, das Buch fertigzustellen, aber die Wartezeit habe sich gelohnt, denn sonst wären Kubus, neuer Dorfplatz und so manches in den vergangenen Jahren aufgestellte Kunstwerk nicht im Buch verewigt.

Nun werde die Gemeinde aus vielen Blickwinkeln beleuchtet. Geschichte, Kultur, Kunst, Kirche, Bildung, Infrastruktur, Gewerbe, Musik Theater, Naherholung, Sport und Natur, all diese Themen fügten sich wie ein Mosaik zu einem Bild. Eine Chronik im klassischen Sinn sollte nicht entstehen, sondern ein lebendiges Porträt, das mit Texten und schönen Bildern den Blick in alle Zeitachsen lenke. Ein Spiegel der Heimat sei geschaffen worden, der aufzeigen wolle, wie lebenswert diese Region sei.

"Auf Augenhöhe" näherte sich Stammler mit einigen Leseproben dem Ort Ursensollen. Dann probierte er es mit einem GPS-Gerät Richtung Sternwarte, bevor er sich der einst von Norbert Neugirg so getauften "schlecht belüfteten Rokokohalle am Ende der Welt in Ochsensollen" (dem Kubus) näherte. Hier öffnet sich der Bühnenvorhang seit drei Jahren für Musik-, Kabarett- oder Theaterabende und Multimedia-Shows.

Riskant könne es sein, meinte Günter Moser, an einem Sonntag im Bereich von Ursensollen spazieren zu gehen, denn plötzlich stehe der Bürgermeister im Wege, der ein neues Gemeindebuch plane. Oft sei er dann zwischen Ehringsfeld und Heimhof, zwischen Zant und Waldhaus, praktisch in allen 38 Orten der Gemeinde unterwegs gewesen, und da sei ihm erst richtig klar geworden, wie viel unberührte Landschaft, wie viele Marterln, Wegkreuze und Kapellen es hier gebe.

120 Seiten seien ursprünglich für das Buch geplant gewesen, 128 Seiten seien es geworden, erzählte Moser. Er sei sicher, dass die ersten 1000 Exemplare bald vergriffen seien. Da nicht alle Bilder im Buch verwendet werden konnten, zeigte Moser per Dia-Show auch die weiteren Fotos. Die Salleröder Buam umrahmten die Buchpräsentation musikalisch.
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