Die gebürtige Oberfränkin Marion Stiegler entdeckt von Ursensollen aus das Potenzial der ...
"So viele Ideen und so wenig Zeit"

Marion Stiegler hat sich aufgemacht, um anzukommen. In der Oberpfalz findet die Oberfränkin Inspiration für Leben und Arbeit. Bild: hfz
Lokales
Ursensollen
11.11.2015
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Sie bezeichnet sich selbst als "echtes Landei", kommt aus Oberfranken und hat in der Oberpfalz ihre Heimat gefunden. Mit Familie, Büro und eigenem Atelier. Grafikerin und Designerin Marion Stiegler lebt ihren Traum von Kreativität in einer Region, die andere gerne als Provinz bezeichnen und dabei Bodenständigkeit mit Starrsinn und Beharrlichkeit mit Unbeweglichkeit verwechseln. Die 38-Jährige spießt das Klischee auf, nennt ihre Produktlinie für Wohntextilien "Provintzstück" - mit "t" - und lässt sich von den Menschen und der Schönheit der Region inspirieren.

Eigentlich ist Marion Stiegler gelernte Textilmustergestalterin. Eigentlich. Aufgewachsen im Landkreis Hof, einer ehemaligen Hochburg der bayerischen Textilindustrie, und Tochter eines freischaffenden Künstlers. Kreativität spielte schon immer eine Rolle im Leben der 38-Jährigen.

Ziel: Etwas Eigenes

Nach Ursensollen kam sie "der Liebe wegen". Nach der Lehre erkannte sie bald "die Chancenlosigkeit in der Region". Über Stationen in einer kleinen Druckerei und Praktika in Werbeagenturen lernte sie ihren heutigen Ehemann kennen und landete schließlich im Landkreis Amberg-Sulzbach. "Auf Dauer war die Fernbeziehung zu meinem damaligem Freund nichts." Erste berufliche Station im Landkreis war wieder eine Druckerei mit eigener Grafikabteilung. "Aber dann hat mich meine berufliche Vergangenheit eingeholt. Ich wollte etwas Eigenes schaffen."

Alles nach Wunschliste

Hochzeit, Familie, von Zuhause aus der Kreativität ihren Lauf lassen. Marion Stiegler arbeitete ihre "Wunschliste" ab. Beharrlich. In genau der Reihenfolge. In ihrem kleinen Atelier erzählt sie gern über sich und das, was sie an- und umtreibt. "Ich gehöre zu der Gattung Frau, die gerne zu Hause dekoriert und umgestaltet. Was liegt näher, als das Erlernte einzusetzen?"

Inspiration findet sie nahezu immer und überall. Der Blick aus dem Fenster zum Kindergarten gegenüber oder ein Spaziergang durch die Oberpfalz gehören genauso dazu wie das Internet oder die Magazine, die sich hinter dem Schreibtisch auftürmen. "Man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen. Es gibt hier so viel Potenzial."

Ihre offenen Augen fanden eines Tages auch einen leerstehenden Laden am Rande der Amberger Innenstadt. "Wo andere sich über Risiken Gedanken machten, habe ich schon die Inneneinrichtung und Dekoration gesehen." Das war die Geburtsstunde des ersten Pop-Up-Ladens in Amberg. Ein Geschäft, das nur kurze Zeit mit begrenztem Sortiment geöffnet hat. "Selbstversuch gelungen. Zehn interessante Tage", bilanziert Marion Stiegler. Der Zuspruch für das bis dahin in Amberg unbekannte Konzept führte zu einem weiteren ähnlichen Projekt, einem Kreativ-Pop-Up-Store. Zwölf Künstler teilten sich vier Wochen lang ein ehemaliges Café in der Innenstadt. "Es gibt so viele talentierte Leute in der Region."

Ende in Sicht? Nein! "Ich brauche die Veränderung, ich liebe die Veränderung", betont Marion Stiegler. Fast ein wenig wehmütig fährt sie fort: "So viele Ideen und so wenig Zeit."

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Mehr dazu, vor allem weitere Bilder:

http://www.oberpfalznetz.de/do-it-yourself
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