Kuba ist ein vertontes Gefühl

Kaum eine kulturelle Identität lebt ihre ethnische Schmelztigelhaftigkeit so aus, wie die der Kubaner. Guillermo Rubalcaba (Piano) und Luis Frank Arias (Gesang) machen Musik daraus. Bild: Hartl
Lokales
Ursensollen
13.01.2015
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Das ist künstlerische Aura. Zwei Männer betreten die Bühne und füllen auf den Schlag atmosphärisch einen ganzen Saal aus.

Nicht etwa das Sturmtief Felix hatte am Samstagabend den Kulturtempel von Ursensollen in die Karibik geblasen. Einzig und allein Guillermo Rubalcaba (Piano) und Luis Frank Arias (Gesang) waren schuld daran, dass der Kubus auf Kuba gelandet ist.

Legendär sind auf der zauberhaften Insel am Golf von Mexico die endlos weißen Sandstrände, die heißen Rhythmen und der verführerisch-leckere Mojito. Diesen schmackhaften Cocktail aus hellem kubanischem Rum, Limettensaft, Minze, Rohrzucker und Sodawasser mixen die beiden Weltklassemusiker auf ihre Weise mit bittersüßen kubanischen Canziones und samtig-weichen Pianohits. Ein ganzes Universum verschiedener Rhythmen und Stile sprudelt in allen Farben des Regenbogens. Dagegen verblassen beinahe die Scheinwerfer, die mit blauem und rotem Lichtschein die Bühne vereinnahmen.

Schon ihr Auftritt beeindruckt: Caballero Rubalcaba in weißer Seiden-smokingjacke, mit schwarzem Hut und Ringelsocke in exklusivem Lackschuh gab am Klavier den Ton und Rhythmus vor. Was er aus dem wenig spektakulären Instrument zaubert, das verblüfft. Seiner Kunst stünde ein Konzertflügel zu. Aber er benötigt das eben nicht, um Stimmung zu machen. Er hat Musik im Blut und Salsa, Cha-Cha, Rumba und Co. in den Finger- und Zehenspitzen. Seine Konversation mit Señor Arias ist perfekt. Der sitzt daneben auf hohem Barhocker mit heller Schiebermütze und rotem Hemd unter dunklem Anzug. Mit Merengue und kubanischem Son versetzt er das Publikum im sehr gut besuchten Kubus in sommerliche Wallung. Kraftvoll und zärtlich, temperamentvoll und voller Emotionen sein Gesang, einmal ergänzt mit Rassel oder Klangholz.

Das Mikrophon in der Hand, dann wieder ganz ohne Verstärkung, so singt er sich in die Herzen der Zuhörer. Seine Chor-Singstunde mit "Mani-Manisero" hält er in spanisch-englisch-deutschem Kauderwelsch. Natürlich klappt es, denn die Oberpfälzer machen begeistert mit. Die beiden Musiker zählen zu den bekanntesten Interpreten aktueller kubanischer Volksmusik. Sie schaffen es spielerisch, den "Buena Vista Social Club" an die Vils zu holen.

Viele verschiedene tolle Lieder, die mitreißen und die Füße wippen lassen, kramen sie heraus. Die Stücke sind aufeinander abgestimmt und lassen hören, wie leidenschaftlich und voller ansteckender Lebensfreude lateinamerikanische Musik ist. Kurzum, an diesem Abend hatt der Weihnachtstannenbaum in der Saal-ecke ausgedient. Es lebe die Karibik-Palme, lautet das Motto der fantastischen Künstler Guillermo Rubalcaba und Luis Frank Arias, die mit heißem Applaus von ihrem Publikumverabschiedet werden.
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