Selbst als Hausmeister brauchbar

Lokales
Ursensollen
01.08.2015
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Horst Seehofer war an der Ursensollener Mittelschule - zu Besuch im Jahr 2012. Aber das ist nur eines der Erlebnisse, die den scheidenden Rektor Gerald Haas an seiner siebenjährigen Amtszeit hier unvergesslich bleiben.

Seine "zeitweilige Zusatzbeschäftigung als Hausmeister" gehört auch dazu. Da lief Haas mit einem Siemens-Steuerungskabel durch alle Zimmer und stellte dort die Temperatur ein, wie er bei seiner Verabschiedung erzählte - in ständiger Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Temperaturwünschen der Lehrer von Grund- und Mittelschule.

Im Nebenjob Bauleiter

Dass er im ersten Jahr angesichts der Renovierung der Mittelschule "mehr Bauleiter als Schulleiter" war, ist eine weitere Erfahrung, die Haas nicht missen möchte. Genau wie die gute Kooperation mit der Gemeinde, deren Folge jedem Besucher sofort ins Auge falle: "Wir können sehr stolz sein auf unsere Ausstattung."

In der Amtszeit des Ambergers Haas in Ursensollen waren zuerst die Grund- und dann die Hauptschule Modellschulen für Inklusion geworden. Ganztagsklassen, Jugendsozialarbeit, Streitschlichter, die Berufsorientierung und das Netzwerk mit den ortsansässigen Firmen waren Stichworte bei denjenigen, die die Leistungen von Haas würdigten. "Danke, dass du die Schule so gut weiterentwickelt hast", sagte Schulamtsleiter Peter Junge. Haas habe sich als guter Schulmanager erwiesen, "der seine Mitarbeiter motivieren und überzeugen kann". Und er habe sich weit über die eigentlichen Aufgaben eines Rektors hinaus auch auf Schulamtsebene engagiert, etwa als Leiter des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft oder bei der Kooperation mit den Berufsschulen.

"Ein Hoch auf dich"

Bürgermeister Franz Mädler rief die vielen Bauarbeiten in der Amtszeit von Haas in Erinnerung und lobte ihn als "immer sehr fairen Verhandlungspartner". Seine Leistung spiegle sich nicht zuletzt in dem Umstand wider, dass heuer von den 39 Abschlussschülern 38 zum Quali antraten und 25 ihn mit einer Note von 2,5 oder besser bestanden. Für den Elternbeirat der Grundschule lobte dessen Vorsitzender Thorsten Müller den kooperativen Arbeitsstil von Haas. Kirsten Kahle als Müllers Pendant für die Mittelschule wandte sich an Konrektor Thomas Oetzinger, der bereits als Nachfolger von Haas feststeht. Sie riet ihm: "Erhalten Sie sich die Fähigkeit, sich jeden Tag verändern zu dürfen." Und sie wünschte ihm "ein Lächeln im Gesicht, wenn Sie das Schulhaus betreten".

Was nur mit Worten gar nicht richtig gesagt werden kann, drückte der Lehrerchor mit Musik aus. "Ein Hoch auf das, was vor dir liegt, dass es das Beste für dich gibt. Ein Hoch auf dich", hieß es da. Noch mehr Rührung als der abgewandelte WM-Song rief allerdings das alte irische Segenslied "Möge die Straße uns zusammenführen" hervor: "... und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand."
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