Und ein risikoreicher Beruf ist es auch noch, meint Landrat Richard Reisinger - ...
Der Friseur als Künstler, Seelsorger und Psychologe

Auch die eigenen Frisuren der Prüfungs- und Schulbesten mussten bei der Ausbildungs-Abschlussfeier der Friseur-Innung natürlich etwas hermachen (von links): Verena Luber, Innungsobermeisterin Claudia Rubenbauer, Jasmin Hellerbrand, Heinz Lederer, Barbara Schönberger, Stefan Sahinbay, Landrat Richard Reisinger, Oberstudiendirektor Martin Wurdack, Ilona Hellerbrand, stellvertretender Kreishandwerksmeister Rudi Gössl, Stefanie Hopf und Wolfgang Reif (Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz). Bild: gf
Lokales
Ursensollen
01.08.2015
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Der Gesellenbrief schließt ein Kapitel der Lebensgeschichte und schlägt ein neues auf. Das sagte Claudia Rubenbauer, die Obermeisterin der Friseur-Innung Amberg-Sulzbach, bei der Lehrabschlussfeier für die Friseure im Kubus in Ursensollen.

Es sei nicht mehr selbstverständlich, dass Betriebe noch ausbilden, betonte sie. Dafür gebühre den Ausbildungsbetrieben Dank. Die jungen Friseure hätten in den vergangenen Jahren bewiesen, was sie leisten können. Dem Friseurgesellen und den Gesellinnen rate sie, beruflich stets am Ball zu bleiben.

"Wahre Ästheten"

Risikoreich sei der Beruf eines Friseurs, meinte Landrat Richard Reisinger, denn leicht könne eine Frisur zu lang, zu kurz, zu voluminös, zu hell oder zu dunkel geraten. Friseure seien nicht nur Handwerker, sondern wahre Künstler und Ästheten, auch ein Stück weit Seelsorger und Psychologen, denen während eines Haarschnitts vieles erzählt werde, was man eigentlich für sich behalten wollte. Da die Verweildauer weiblicher Kunden beim Friseur länger anzusetzen sei, werde dabei vermutlich auch mehr preisgegeben als bei den Männern.

Namens des Landkreises und der Stadt Amberg sowie des Berufsschulzweckverbands gratulierte Reisinger zum Abschluss der Ausbildung: Wenn es ihn nicht täusche, sehe er Erleichterung in den Gesichtern der jungen Friseure und ihrer Eltern. Allen wünsche er verständnisvolle Meister, wenig nörgelnde Kunden, die möglichst geduscht und gepflegt daherkommen und hoffentlich ausreichend Trinkgeld geben.

BSZ-Chef Martin Wurdack stufte das Friseurhandwerk als Beruf ein, der neben handwerklichem Geschick auch künstlerisches Talent erfordere. Das Wort Handwerkskunst habe bei Friseuren durchaus seine Berechtigung, denn sie hätten immer Gelegenheit, der Kreativität und dem Einfallsreichtum freien Lauf zu lassen. Nicht ganz einfach sei es, wenn die Vorstellung einer Kundin nicht zu ihrem Typ passe. Dann sollte man gelernt haben, mit Kunden so umzugehen, dass sie schließlich zufrieden seien und auch der Berufsstolz einer Friseurin nicht beleidigt worden sei.

Alle bestehen

Für den stellvertretenden Kreishandwerksmeister Rudi Gössl ist das Friseurhandwerk vielseitig und kreativ, denn unterschiedlichste Kopfformen und Haare müssten immer irgendwie in Einklang gebracht werden. Christl Flierl gab als Vorsitzende des Prüfungsausschusses bekannt, dass alle Prüflinge bestanden hatten.
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