Warum eine Augsburger Band im Kubus ein Konzert für ein krankes Mädchen gibt
"Natürlich machen wir da mit"

Lothar Holzmann in seinem Element: mit einer Fiedel in der Hand an einem irischen Strand. Bild: privat
Lokales
Ursensollen
30.07.2015
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Franka ist ein schwerbehindertes elfjähriges Mädchen aus dem Landkreis. Sie ist taub, hat eine starke Sehbehinderung, die nur eine Hell-Dunkel-Wahrnehmung zulässt, leidet an einer vergrößerten Leber und an Muskelschwäche. Deshalb sitzt Franka im Rollstuhl. Damit ihre alleinerziehende Mutter für gemeinsame Radausflüge ein Draisin-Plus-Fahrrad für Franka anschaffen kann, gibt die Augsburger Irish-Folk-Band "Mother's Pride" am Samstag, 1. August, um 20 Uhr im Kubus ein Benefizkonzert. Die AZ sprach mit Bandleader Lothar Holzmann.

Herr Holzmann, wie kommt eigentlich der Kontakt zwischen einer Band aus Augsburg und einer Familie aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach zustande?

Holzmann: Ich bin in der Bauverwaltung tätig und habe da einen Kollegen aus Weiden, der die Mutter von Franka kennt. So haben wir vom Schicksal des Mädchens erfahren.

Und dann gleich die Idee für ein Benefizkonzert gehabt?

Holzmann: Wir machen als Band zweimal im Jahr ein Benefizkonzert. Ich habe die anderen gefragt, ob wir eines für Franka machen können, und sie haben gesagt: Natürlich machen wir da mit. Damit auch die gesamten Einnahmen wirklich für den guten Zweck verwendet werden können, übernehme ich selbst die Kosten für den Veranstaltungsraum.

War gleich klar, dass es der Kubus sein sollte?

Holzmann: Mein Kollege aus Weiden hat den empfohlen. Vor ein paar Wochen war ich selbst dort und muss sagen, der ist echt toll.

Kommen denn Franka und ihre Familie auch zum Konzert?

Holzmann: Sicher, die ganze Familie von Franka, sogar ihr Onkel aus Österreich kommt. Franka selbst kommt am Nachmittag, wenn wir eintreffen. Normalerweise geht sie abends aber spätestens um 19 Uhr ins Bett. Ihre Mutter hat gesagt, wenn sie gut drauf ist, kann sie auch etwas länger bleiben, aber das muss sie dann spontan entscheiden.

Wie viel kostet so ein Draisin-Plus-Fahrrad, das vom Konzerterlös angeschafft werden soll?

Holzmann: Etwa 7000 Euro. Das ist überwiegend handgefertigt, hat einen Elektromotor und einen Rollstuhl, den man abnehmen kann. Wir haben das mal überschlagen: Wenn der Kubus voll wird, kommen 5000 Euro zusammen. Dann legt auch der Opa noch was drauf, und die Herstellerfirma will uns beim Preis entgegenkommen. Außerdem stellen wir am Samstag noch ein Spendensparschwein auf.

Sie spielen nur irische Musik? Oder auch was zum speziellen Anlass?

Holzmann: Oberpfälzer Lieder werden wir nicht spielen (lacht). Ein paar schottische Stücke haben wir neben den irischen im Programm. Am Samstag wird es so sein, dass wir in der ersten Hälfte Lieder aus den 30 Jahren, die unsere Band jetzt besteht, spielen. Im zweiten Teil sind unsere neuen Stücke dran. Die stammen von der CD, die wir vor zwei Wochen rausgebracht haben. Die verkaufen wir aber nur auf unseren Konzerten, wir sind ja keine Profis.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.franka-bekommt-ein-fahrrad.cf
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