Ursensollen hat seit September Mittelschule mit "Profil Inklusion"
Für Kinder gar kein Problem

Auch Lernprogramme an Computern ermöglichen in der Ursensollener Mittelschule eine gezielte Förderung. Studienrätin Anita Donhauser (links) ist von der Willmannschule dorthin abgeordnet. Bild: Steinbacher
Politik
Ursensollen
14.01.2015
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Das "Profil Inklusion" hat im Landkreis sonst keine Mittelschule: Es bedeutet, dass in Ursensollen Kinder mit Behinderung oder sonderpädagogischem Förderbedarf Regelklassen besuchen, ihren Unterricht also gemeinsam mit Kindern ohne solche Beeinträchtigungen erleben. In Ursensollen gab es dafür gute Voraussetzungen, weil die Grundschule seit 2012 schon eine "Schule mit Profil Inklusion" (so die offizielle Bezeichnung) ist. Aber deshalb muss es ja in der Mittelschule nicht automatisch klappen. "Nein, nein", zerstreut Gerald Haas, der Rektor der beiden Schulen, Befürchtungen, mit größeren Kindern könne so etwas viel schwieriger sein. "Mittlerweile hat sich das an der Mittelschule schon gut eingespielt. Wir können mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden sein."

Zwölf Neuzugänge

Ihr neuer Status seit September hat der Mittelschule zunächst einmal ein Dutzend mehr Schüler eingebracht. Es sind Kinder, die zu einem anderen Sprengel gehören, aber in Ursensollen den Unterricht besuchen, weil sie hier besser gefördert werden können. Es könnten auch noch mehr Neuzugänge sein, aber vor dem Übertritt wird der Vorteil der verstärkten Förderung gegen eventuelle Nachteile abgewogen. "Die Kinder werden aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen, müssen sich in der neuen Umgebung erst wieder einfinden", nennt Rektor Gerald Haas einen Grund, der gegen einen Wechsel sprechen kann. "Und sie müssen bis Ursensollen natürlich eine weitere Fahrt auf sich nehmen." Eine Anreise aus Sulzbach mit Umsteigen am Amberger Bahnhof etwa ist eindeutig zu weit.

Die Inklusion startete für die 5. und 6. Klassen, soll aber in den kommenden Jahren bis zur 9. ausgedehnt werden. Das entspricht dem (Eltern-)Wunsch, die Inklusion, die die Grundschule in Kooperation mit dem Sonderpädagogischen Förderzentrum (Willmannschule) in Amberg schon länger praktiziert, auch in höhere Altersstufen zu tragen. Denn der Förderbedarf fällt ja nicht weg, nur weil das Kind in die Mittelschule kommt. Haas zählt hier derzeit rund 30 Schüler mit erhöhtem Förderbedarf und fast ebenso viele, die immer wieder einmal gefördert werden müssen. Und er betont: "Die Kinder sind auch an anderen Schulen da." Bloß sind dort die Fördermöglichkeiten wesentlich geringer.

Mehr Lehrer, mehr Stunden

In Ursensollen stehen dafür drei Förderschullehrer zur Verfügung, alle von der Willmannschule abgeordnet. Einer für die Grundschule, einer für die Mittelschule und einer in Gelenkfunktion für den Übergang. Darüber hinaus hat das Schulamt jeweils zehn Stunden an zusätzlicher Förderung durch Grund- bzw. Mittelschullehrer genehmigt. Dadurch ist viel Einzel- oder Gruppenförderung in eigenen Räumen möglich. Die Kinder, die den besonderen Förderbedarf nicht haben, merken somit den Inklusionsstatus ihrer Schule allenfalls dann, wenn ein zweiter Lehrer im Regelunterricht mit auftaucht.

Laut Gerald Haas haben in Ursensollen die Eltern die Bemühungen um die Ausweitung der Inklusion in die 5. und folgenden Klassen von Anfang an sehr positiv gesehen. Der Elternbeirat habe die Bewerbung bei der Regierung der Oberpfalz ebenso einmütig befürwortet wie der Gemeinderat. Unter den Lehrern ("die haben die Arbeit") habe es neben einer positiven Grundstimmung auch ein paar Bedenken gegeben, durch die guten Erfahrungen an der Grundschule ("das läuft rund") aber keine Zweifel an der Fortführung des Konzepts in höheren Altersstufen. "Das Kollegium steht dahinter", sagt Haas. Und die Kinder? Haas: "Für die ist es das Natürlichste der Welt. Einwände haben höchstens die Erwachsenen."
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