Architektouren locken Besucher
Glückliches Ende für alten Bahnhof

Bürgermeister Franz Mädler sprach den Fliegerangriff am 20. Februar 1945 an, bei dem viele Menschen im Bahnhof starben. An der originalen WC-Tür sind Einschusslöcher zu sehen - ein fast 13-jähriger Bub wurde tödlich verletzt.
Vermischtes
Ursensollen
28.06.2016
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Die einen wollen ihren abreißen, die anderen ihren verschönern. Zwei Bahnhöfe, zwei Geschichten. Der Ursensollener hat das bessere Ende für sich. Landschaftsarchitekt Christopher Trepesch ließ sich viel einfallen, um die Freiflächen rund um die alten Gleise neu zu gestalten.

"Die Zielsetzung war, den Bereich des Dorfes aufzuwerten, der die Ortschaft Ursensollen maßgeblich mit geprägt hat", sagte Ursensollens Bürgermeister Franz Mädler. Der 1903 gebaute Bahnhof war als Personen- und Güterumschlagsplatz Dreh- und Angelpunkt wirtschaftlicher Aktivitäten. Die Kolpingsfamilie Ursensollen hatte bereits in Eigenregie das Bahnhofsgebäude, ihr heutiges Vereinsheim, saniert und nun waren die Freiflächen rund um das alte Gemäuer an der Reihe. Das Ergebnis einer dreijährigen Planungs- und Bauphase kann sich sehen lassen: qualitätvolle Architektur, die viele Besucher bei den Architektouren besichtigen konnten.

Christopher Trepesch, Bürgermeister Mädler und Ortsheimatpfleger Josef Schmaußer führten durch die großzügige Parkanlage. Entlang der ehemaligen Bahntrasse verlief der gepflasterte Weg über das geschichtsträchtige WC-Gebäude bis hin zur bereits früher gestalteten Bahnstele. Auch das Künstleratelier im ehemaligen Lagerhaus und ein neuer Verkaufspavillon für Feste sah die Gruppe. Alle Elemente fügen sich harmonisch ins Gesamtbild ein und sind für Besucher gut erreichbar. Die behutsame Sanierung sorgt für Gemütlichkeit. Besonders Pergola, Sitzgelegenheiten und Bepflanzungen seien gut geglückt, sagte Landschaftsarchitekt Trepesch.

Der Amberger ist sichtlich stolz auf sein Werk. Und auch die Gemeinde Ursensollen kann sich freuen: Mit etwa 400 000 Euro war das Vorhaben günstiger als veranschlagt. 60 Prozent der Gelder stammen aus Töpfen der Städtebauförderung, so dass der eigene Säckel geschont wurde.
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