Ehemaliger Hohenkemnather Pfarrer Joseph Lobinger feierte 90.Geburtstag
Pfarrei entscheidend geprägt

90. Geburtstag feierte der ehemalige Hohenkemnather Pfarrer Joseph Lobinger (links) und ebenso viele Rosen erhielt er nach dem Festgottesdienst. Pfarrer Hannes Lorenz musste ihm beim Tragen helfen. Bild: snn
Vermischtes
Ursensollen
19.01.2016
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Großer Bahnhof für Pfarrer Joseph Lobinger anlässlich seines 90. Geburtstags: Aus seiner ehemaligen Pfarrei Hohenkemnath-Erlheim hatten sich rund 150 Gläubige auf den Weg nach Nabburg gemacht, um ihm zu gratulieren.

Hohenkemnath. (snn) Bei bester Gesundheit beging der Ruhestandspfarrer sein rundes Jubiläum. Pfarrgemeinderatssprecher Johann Schmaußer hatte zu dem Fest eine Busfahrt nach Nabburg organisiert. Vor der Gratulationscour fand in der Pfarrkirche Sankt Johannes ein Festgottesdienst statt, den Lobinger zusammen mit Pfarrer Hannes Lorenz zelebrierte. Die Messe wurde vom Bayerischen Fernsehen live übertragen.

Ein Rosenspalier


Nach dem Festgottesdienst bildeten die Hohenkemnather beim Auszug aus der Kirche ein Spalier mit 90 Rosen, die Lobinger beim Durchschreiten überreicht wurden. Sichtlich gerührt zeigte sich der Jubilar, dass ihm so viele Gläubige aus seiner ehemaligen Pfarrgemeinde die Ehre erwiesen. Nach der Gratulationscour ging es in das Pfarrheim zu einem offiziellen Empfang, den Pfarrer Hannes Lorenz moderierte.

Schiffsuntergang überlebt


Geboren wurde Joseph Lobinger in Eckendorf, wo er mit vier Geschwistern im elterlichen Schlossbauern-Hof aufwuchs. Er besuchte das humanistische Gymnasium in Regensburg, musste aber 1945 noch in den Krieg ziehen. Mit viel Glück gelang ihm die Rückkehr, denn das mit 1500 Personen vollbeladene Schiff, mit dem er die Heimreise angetreten hatte, ging unter - Lobinger befand sich unter den 300 Geretteten. 1948 machte der Jubilar Abitur und studierte dann Theologie. 1954 wurde Joseph Lobinger von Erzbischof Michael Buchberger zum Priester geweiht. Drei Kaplanstellen in Neukirchen bei Hagn, Hunderdorf und Obertraubling absolvierte er, ehe er 1964 seine erste und zugleich einzige Pfarrstelle in Hohenkemnath antrat.

Lobinger begleitete 45 Jahre lang Generationen von Gläubigen aus seiner Pfarrgemeinde bei Taufen, Erstkommunionen, Hochzeiten und zur letzten Ruhe. Lobinger hat die Geschichte "seiner" Pfarrei entscheidend geprägt. 1968 wurde die alte Kirche bis auf den Turm abgerissen und im modernen Stil neu aufgebaut. 1990 konnte er die neue Orgel in der Hohenkemnather Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt einweihen. Weiterhin war er verantwortlich für den Neubau des Pfarrheims im Jahr 2003.

Nach einer schweren Krankheit genießt Lobinger seit 2009 im Ruhestand relativ sorglose Jahre zusammen mit seiner Schwester Maria. Die beiden wohnen in der Arche Noah, einem Seniorenheim in Nabburg. Ganz zur Ruhe hat sich der Geistliche aber noch nicht gesetzt. Gern übernimmt er die wöchentlichen Freitags-Gottesdienste in der Altenheimkapelle. Zeitung lesen, Fernsehen und das Arbeiten am Computer gehören mit zu seinem abwechslungsreichen Alltag.
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