Feuerwehr tauscht sich mit Luftbeobachtern aus
Zusätzliche Augen in der Luft

Aufschlussreich fanden die Beteiligten das Treffen der Feuerwehren aus Hohenkemnath und Gailoh mit Dieter Naber (Mitte) und Kreisbrandinspektor Hubert Blödt (links), der auch als Luftbeobachter tätig ist. Bild: brü
Vermischtes
Ursensollen
10.03.2016
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Luftbeobachter haben im vergangenen Jahr einen Waldbrand zwischen Haag und Köfering schnell entdeckt und somit Schlimmeres verhindert. Grund genug für die Hohenkemnather Wehr, sich mit diesem Thema näher zu beschäftigen.

Hohenkemnath. Zu zwei Waldbränden waren die Hohenkemnather 2015 ausgerückt. Gerade bei Feuer in dicht bewaldetem Gebiet ist die Anfahrt oft schwierig: Kleine Waldwege sind auf Karten nicht verzeichnet, die genaue Bestimmung einer Rauchsäule im Wald von außen ist äußerst schwierig.

Abhilfe - wie beim Einsatz im vergangenen Jahr - schaffen hier die Luftbeobachter. Dank guter Verbindungen von Gruppenführerin Ruth Herbst zu Dieter Naber, dem Chef der in Schmidgaden stationierten Gruppe, war dieser zu einem Gedankenaustausch mit den Führungskräften der aktiven Wehr nach Hohenkemnath gekommen. Die Spitze der FFW Gailoh war ebenso mit von der Partie wie Kreisbrandinspektor Hubert Blödt, der selbst Luftbeobachter ist.

Lehrreich gestaltete sich der erste Teil des Abends, als Naber einen Überblick über die Tätigkeit eines Luftbeobachters gab. Praktisch kann jeder einer werden - sofern er gewisse Voraussetzungen mitbringt. Jederzeit einsatzbereit und flugtauglich zu sein, ist unabdingbar. Und ein kleines Bisschen etwas aushalten können sollte man auch, meinte Naber: Denn bei ihren Einsätzen kreisen die Beobachter oft im Flugzeug um den Brandherd herum - das verlange ihnen schon einiges ab. Wie der Pilot brauche auch der Flugbegleiter einen guten Orientierungssinn: Er ist laut Naber derjenige, der die Karte lesen muss. Wer sich für diese Tätigkeit interessiert, kann sich bei den zuständigen Stellen bewerben.

Beim anschließenden Gedankenaustausch kamen auch Probleme bei Einsätzen zur Sprache (siehe Kasten). Zum Schluss äußerte Vorsitzender Christian Wenkmann den Wunsch, einmal im Jahr mit der Flugüberwachung zu üben. Dem schloss sich auch Blödt an - der dabei gleich mehrere Wehren einbezogen sehen will. Zum Beispiel die, die für den Hirschwald zuständig sind.

Austausch hilft beiden SeitenWird Feuer oder Rauch aus der Luft entdeckt, werden über die Leitstelle die entsprechenden Einsatzkräfte alarmiert. Schwierig für die Luftbeobachter wird es, wenn Feuerwehrautos im Wald unterwegs sind: Durch den dichten Bewuchs kann man diese von oben nicht sehen.

Auch Waldwege sind aus 150 Metern Höhe oft nicht erkennbar: Das macht es schwierig, den Feuerwehren zu sagen, ob sie auf dem richtigen Weg sind - und ob dieser mit ihren schweren Fahrzeugen überhaupt passierbar ist. Schwer auszumachen ist aus der Luft zudem, welche Wehr unten unterwegs ist. In den seltensten Fällen sind hiesige Einsatzfahrzeuge auf dem Dach entsprechend gekennzeichnet.

Nicht nur für die Hohenkemnather war dies ein wichtiger Hinweis, neue Fahrzeuge auch auf dem Dach beschriften zu lassen und ältere entsprechend nachzurüsten. So können die Luftüberwacher auch bei Funkstandort-Anfragen besser behilflich sein.

Im Gegenzug wünschen sich die FFW-Aktiven von der Flugüberwachung, dass diese mehr Informationen an sie weitergeben - etwa bei Autobahnen die Seite und Fahrtrichtung sowie Brücken oder sonstige markante Punkte zu nennen, die sie von oben gut sehen. (brü)
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