Gestochen scharfe Bilder
Videoanlage filmt Eindringlinge auf Firmengelände

Der jüngere Mann mit dem Irokesenschnitt scheint auf dem Bild genau in die Überwachungskamera zu schauen. Deren Existenz alleine aber brachte die beiden Eindringlinge nicht dazu, die Ursensollener Firma sofort wieder zu lassen. Erst als sie feststellten, dass gegen 19.30 Uhr noch Beschäftigte dort arbeiteten, zogen sie sich zurück. Bild: privat
Vermischtes
Ursensollen
13.01.2016
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Die Video-Überwachung einer Ursensollener Firma zeichnete am Dienstag zwei Männer auf, die zwar unberechtigt auf das Areal kamen und sich verdächtig verhielten, aber nichts Kriminelles taten. Für die Polizei möglicherweise doch ein Glücksfall, weil sie hier Verbindungen zu einem Autoaufbruch sieht.

Dabei war zunächst ein Mann über eine Außentür in einen Lagerraum gekommen, hatte sich kurz umgesehen und das Gebäude wieder verlassen. Kurz darauf betrat dieser Mann in Begleitung eines Jüngeren, der eine auffällige Frisur hatte, erneut über die Außentür das Lager. Die beiden sahen sich laut Polizeisprecher Peter Krämer "in verdächtiger Weise" um und öffneten eine weitere Tür. Dahinter lagen die Büroräume. Als die beiden Unbekannten bemerkten, dass dort noch Beschäftigte waren, schlossen sie diese Tür wieder und verließen das Gebäude. Nach ersten Erkenntnissen entwendeten die Eindringlinge nichts.

Auffälliger Irokesenschnitt


Die gesamte Aktion wurde durch die Videoüberwachung aufgezeichnet, die sehr gute Bilder lieferte. Darauf ist zu erkennen, dass es sich bei den beiden Tätern, so Krämer, "offensichtlich um osteuropäische Männer handelt". Der eine war etwa 45 bis 50 Jahre alt, mit einer schwarzen Trainingshose mit weißen Streifen an der Seite und einer schwarzen Lederjacke bekleidet. Der zweite ist etwa 25 Jahre alt, hatte eine schwarze Hose und eine schwarze Winterjacke mit Kapuze an und trug eine sogenannte Irokesenfrisur: Die Haare an der Seite waren abrasiert, nur in der Mitte des Schädels war ein etwa 6 bis 8 Zentimeter breiter schwarzer Streifen stehen gelassen worden.

Über die Fluchtrichtung und das Fluchtfahrzeug hat die Polizei keine Informationen. Der Firmeninhaber wurde erst einige Minuten nach der Aufzeichnung durch die Anlage über die ungebetenen Gäste informiert. Diese Zeit genügte den beiden Unbekannten, um zu entkommen.

Vorher Auto aufgebrochen?


Allerdings war knapp drei Stunden vorher am Haidweiher ein Auto aufgebrochen worden, und die Polizei hält es für möglich, dass die beiden Männer auf der Videoaufzeichnung auch dort unter den Tätern waren. Die Beschreibung einer Zeugin lässt in diese Richtung denken.

Dieses frühere Delikt spielte sich rund um einen Peugeot ab, den ein Arbeiter auf dem Parkplatz vor einer Spielothek gegenüber dem Haidweiher abgestellt hatte. Gegen 16.45 Uhr sah eine Zeugin, wie ein silbergrauer Kombi - die Marke und das Kennzeichen sind unbekannt - auf den Parkplatz fuhr und neben dem Peugeot anhielt.

Drei Männer "mit osteuropäischem Aussehen", wie es der Polizeibericht beschreibt, stiegen nach Aussage der Zeugin aus dem Wagen und inspizierten die abgestellten Autos auf dem Parkplatz. Dann schlug unvermittelt einer der drei die Seitenscheibe auf der Fahrerseite des Peugeot ein. Aus einer Ablage in der Tür nahm der Täter den Geldbeutel des Autobesitzers mit. Darin waren persönliche Dokumente und EC-Karten sowie etwa 30 Euro Bargeld.

Gleich darauf stiegen die drei Männer in ihren Wagen und fuhren in Richtung Amberg auf der B 85 davon. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb erfolglos. Der Gesamtschaden, der dem 54-jährigen Peugeot-Besitzer entstand, wird auf einige Hundert Euro beziffert.

Hinweise zu den Tätern, die sich eventuell nach dem Aufbruch noch im Bereich Amberg aufhielten, nimmt die Polizeiinspektion (09621/890-0) entgegen. Besonders interessant wären Erkenntnisse zu dem Kombi, mit dem die drei Männer auf den Parkplatz am Haidweiher kamen, und zu dem Fluchtfahrzeug, das die Eindringlinge im Gewerbepark in Ursensollen benutzten.
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