Spannende Entdeckung in Stockau
Sanierung fördert Schatz zutage

Sebastian Meier (Bild links) möchte nach Fertigstellung seines Nebengebäudes die historische Glocke von 1673 wieder am Giebel anbringen. Eine Detailaufnahme des außergewöhnlichen Fundstücks zeigt ein Relief mit einer Kreuzigungsszene und darüber die Umschrift "Christoph Ferdinand Hueber gos mich in Landshut 16.73". Bilder: schß (3)
Vermischtes
Ursensollen
27.06.2016
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Damit hatte Musiker Sebastian Meier aus Stockau nicht gerechnet: Als er während der Sanierung eines Nebengebäudes seines Anwesens die Hausglocke abnahm, machte er eine spannende Entdeckung.

Stockau. Die Umschrift auf der 36 cm hohen Glocke, die unten einen Durchmesser von 45 cm hat, ist eine kleine Sensation: "Christoph Ferdinand Hueber gos mich in Landshut 16.73."

Eine Spurensuche


Der Großonkel des jetzigen Besitzers, Erwin Lachner, hatte einst erzählt, dass die Glocke von der Hohenkemnather Pfarrkirche stamme. "Diese Geschichte ist durchaus glaubhaft", meint der Ursensollener Heimatpfleger Josef Schmaußer: "Denn auch 1950, als die jetzigen vier Hohenkemnather Glocken neu angeschafft und geweiht wurden, ging die damals kleinste Hohenkemnather, welche dem Schicksal der Glockenabnahme entgangen war, nach Haag."

Der Ökonom Josef Rubenbauer hatte die größte der neuen Hohenkemnather Glocken, die Marias Namen trägt, gestiftet und erhielt als Dank das kleine Exemplar für die Haager Kapelle. Auch die Vorbesitzer auf dem Michlbauernhof in Stockau machten immer wieder durch eindrucksvolle Spenden für die Hohenkemnather Kirche von sich reden. "Durchaus möglich, dass auch die Stockauer Glocke dadurch zum Dank an die Vorbesitzer auf dem Hof ging", betont Schmaußer.

Auch zeitlich wäre dies nach Ansicht des Heimatpflegers mit den geschichtlichen Tatsachen in Einklang zu bringen. Am 18. Juli 1690 weihte Weihbischof Albrecht von Regensburg den Altar des damals neu errichteten Kirchenschiffs von Hohenkemnath. Im Zuge dieser Baumaßnahme war damals auch der Turm erhöht worden.

Interessant sind noch die Zahlen "1945 183", die am oberen Teil der Glocke eingeprägt sind. Bedeuten sie, dass auch diese während des Zweiten Weltkrieges abgenommen worden war und dann wieder zurückgegeben wurde? "Leider lassen sich keine Zeitzeugen mehr befragen", bedauert Schmaußer. Es gab zwar bis zum Ausbau der AS 4 in den 1960er-Jahren auch in Stockau eine Kapelle. Die besagte Glocke aber hing immer am Giebel des Michlbauernhofs.

Dürftige Quellenlage


"Leider ist die Quellenlage sehr dürftig", berichtet Schmaußer und bittet deshalb alle, die weitere Details zur Geschichte der Glocke wissen, sich mit ihm oder mit Sebastian Meier in Verbindung zu setzen.
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