Überraschung im Hausflur
Enkel nimmt Bettlerin fest

Symbolbild: dpa
Vermischtes
Ursensollen
04.03.2016
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Bettlergruppen versetzten in den vergangenen Tagen einige Ortschaften in Aufregung. In Hohenkemnath drang sogar eine 23-Jährige in ein unverschlossenes Haus ein. Womit sie dabei sicher nicht gerechnet hatte: Der Enkel der Bewohnerin nahm sie sofort fest.

Hohenkemnath. Laut Mitteilung der Polizeiinspektion Amberg sind es "vermehrt rumänische Bettlergruppen", die derzeit in der mittleren Oberpfalz unterwegs sind. "Es vergeht kein Tag, an dem nicht mehrfach aufmerksame Bürger bei der Polizei anrufen und verdächtige Wahrnehmungen mitteilen", ist von Polizeisprecher Peter Krämer zu erfahren. Die "südländisch aussehenden Personen" seien meist zu zweit oder gleich in ganzen Gruppen ausgeschwärmt und versuchten an Bargeld zu kommen. "Aber nicht nur die Kleinstädte werden frequentiert, sondern überwiegend Wohngebiete in Randlagen, ländliche Wohngebiete, Dörfer und Marktflecken sind die hauptsächlichen Aktionsgebiete der Familienclans aus Ungarn, Rumänien und Bulgarien."

Plötzlich im Hausflur


Sie erregen Verdacht, wenn sie in Wohngebieten herumfahren. Aber auch aggressives Betteln wird der Polizei laut Krämer mitgeteilt oder - ein besonderer Fall - die Geschichte aus Hohenkemnath, als am Donnerstagnachmittag in einem Haus an der Ursensollener Straße plötzlich eine fremde Frau im Flur stand. Sie war hineingegangen, da sie die Haustür unverschlossen vorgefunden hatte.

Die 23-jährige Rumänin hatte allerdings Pech: Sie traf auf den Enkel der Bewohnerin, der zu Besuch war. Da er Polizeibeamter von Beruf ist, fackelte er nicht lange und hielt die wildfremde Frau fest, bis die Kollegen der Polizeiinspektion Amberg eintrafen. Die bekamen dann gleich mehr zu tun, weil sich in der Zwischenzeit auch schon der Bruder der 23-Jährigen und zwei weitere Leute, die offensichtlich zu der gleichen Bettlergruppe gehören, in der Ursensollener Straße eingefunden hatten. Die Beamten forderten die drei Rumänen im Alter zwischen 23 und 27 Jahren auf, der Streife zur Dienststelle zu folgen. Die Festgenommene durfte im Polizeiauto Platz nehmen.

Nichts gestohlen


In dem Anwesen befürchtete man, die 23-Jährige könnte im Haus etwas gestohlen haben. Als man nachsah, fiel aber nichts auf, das fehlte. Die Polizei filzte auch die vier Rumänen und ihren schwarzen Van gründlich, fand aber keine Hinweise auf Straftaten. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft setzten die Beamten die 23-Jährige auf freien Fuß. "Eine Sicherheitsleistung sollte nicht einbehalten werden, da die Rumänen nicht über entsprechende Barmittel verfügten", schreibt Krämer.
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Heinz Rahm aus Weigendorf | 07.03.2016 | 10:12  
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