Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Amberg-Schnaittenbach
Stürme blasen den Umsatz davon

Vor vollem Haus ging Gerhard Gradl (links am Mikrofon) auf die Arbeit der Forstbetriebsgemeinschaft Amberg-Schnaittenbach im Jahr 2015 ein. Bild: gf
Wirtschaft
Ursensollen
02.02.2016
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Oberleinsiedl. Die Forstbetriebsgemeinschaft Amberg-Schnaittenbach (FBG) kann einen Mitgliederzuwachs verzeichnen, muss einen rückläufigen Umsatz hinnehmen, erwirtschaftet aber mit 136 000 Euro einen zufriedenstellenden Gewinn.

Bei der Jahreshauptversammlung der FBG im Gasthof Michl betonte der Vorsitzende Gerhard Gradl, dass Gewitter- und Schneestürme in den letzten beiden Jahren im FBG-Gebiet ihre Schäden hinterlassen hätten. Viele Kleinmengen hätten nicht nur im Wald, sondern auch im Büro zu mehr Arbeit geführt. Gegenüber dem Vorjahr sei 2015 der Umsatz auf 7,4 Millionen Euro zurückgegangen. Der Gewinn liege bei 136 000 Euro.

Waldpflege für die Kirche


Die FBG habe Waldpflegeverträge mit 11 Kirchenstiftungen (98 ha) und 16 Pfarrpfründen (186 ha) abgeschlossen, außerdem mit den Eigentümern von Privatwäldern (165 ha). Im abgelaufenen Geschäftsjahr hätten 62 Mitglieder an sechs Motorsägekursen teilgenommen. Maschinenverleih und Sammelbestellungen für Wuchshüllen, Zaunpfähle oder Forstpflanzen liefen gut. Die FBG habe 2015 den Jahresausflug zum Kloster Benediktbeuern organisiert und plane für Juni 2016 den Besuch der KWF-Tagung in Roding, der weltweit größten Forstdemo-Messe, sowie beim Bayerischen Zentralen Landwirtschaftsfest in München.

Keiner will Laubholz


FBG-Geschäftsführer Uli Hausmann sagte, dass über 2000 Waldbesitzer - 88 mehr als im Vorjahr - die FBG als ihre Interessenvertretung ansähen. Insgesamt umfasse die Mitglieder-Waldfläche 22 938 ha. Bei der vermarkteten Holzmenge sei ein leichter Rückgang auf 108 000 Einheiten feststellbar. Bei durchschnittlich 4,71 Festmeter je Hektar lag der Umsatz bei 7,4 Millionen Euro, etwa 68,80 Euro/Festmeter. Am besten hätten sich Kiefer und Lärche vermarkten lassen, dann Fichte und Tanne. Laubholz spiele keine große Rolle.

Die größten Abnehmer seien das Sägewerk Ziegler in Betzenmühle sowie Gelo in Weißenstadt. Papierholz nehme UPM in Plattling ab. Für Industrieholz und Hackschnitzel kämen als Kunden Bögl in Neumarkt sowie Heizkraftwerke in Frage.

Die ausgelieferten Forstpflanzen waren zu 40 Prozent Laub-, zu 60 Prozent Nadelholz. Bei Nadelgehölzen haben Tannen 43 Prozent, Fichten 34, Douglasien 12; der Rest seien Lärche und Kiefer. Die Laubgehölze verteilen sich auf Rotbuche (58 Prozent), Eichen (21), Winterlinde (11), Hainbuche und Vogelkirsche (je 5).

"Schamloser" Preiskampf


Für 2016 rechnet Uli Hausmann mit großen Mengen Fichtenkäferholz. Die Frischholznachfrage steige, und der Holzpreis bleibe stabil, jedoch werde das Überangebot an Rundholz preislich schamlos ausgenützt. Ein Strukturwandel werde auch die Sägeindustrie nicht verschonen; damit werde die Anzahl der Sägewerke in Deutschland sinken.

Was die Experten sagenLeitender Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz (AELF Amberg) sah die FBG im Aufschwung. Mit richtiger Waldbewirtschaftung, zu der auch die Auswahl geeigneter Baumarten zähle, könne man auf den Klimawandel reagieren. Wichtig sei, dass der Wald den Bürgern "vermittelt" werden könne.

Forstdirektor Richard Schecklmann meinte, dass Waldbesitzer und Jäger die gemeinsamen Revierbegehungen nutzen sollten. Den Borkenkäfer könne man nur bekämpfen, wenn jeder Befall frühzeitig erkannt werde. Der Leiter des Forstamtes in Amberg erläuterte, Förderungen gebe es für Aufforstungen, aber auch für Rückewege und Holzlagerplätze. Wichtig sei vor allem: "Gehen Sie nie allein in den Wald und kommen Sie gesund wieder raus."

Ohne FBG hätten viele Waldbesitzer große Probleme mit Bewirtschaftung und Holzvermarktung, meinte BBV-Kreisobmann Franz Kustner. "Wir Waldbesitzer müssen darauf achten, dass nicht andere über unseren Wald bestimmen, die vom Wald überhaupt keine Ahnung haben." Holz sei wichtig für die Energiewirtschaft. Es sei ein falscher Weg, wenn wieder Ölheizungen gefördert würden. (gfr)
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