Hakenbüchsen-Ausstellung in Vilsecker Burg Dagestein
Keine Dosen zum Aufhängen

Kultur
Vilseck
08.04.2016
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Was sind denn eigentlich Hakenbüchsen? Das dürften sich nicht nur Pazifisten fragen. Dosen zum Aufhängen sind es jedenfalls nicht.

Vilseck. (zip) Wer Genaueres über diese spezielle Art Waffe wissen will, der ist bei einer Ausstellung im Bergfried der Vilsecker Burg Dagestein richtig. Heinrich Deinzer und Dorothee Schulze Zumhülsen zeigen dort bei einer von ihnen konzipierten Dauerausstellung die drei Vilsecker Hakenbüchsen.

Bei einer kleinen Vernissage im Burgturm demonstrierten die beiden die frühere Handhabung dieser Feuerwaffen, wertvoller Exponate aus der Zeit um 1500. Hakenbüchsen wurden von zwei Mann bedient, mit Schwarzpulver geladen und mit glühenden Loseisen gezündet. Auf dem Feld während der Schlacht wurden diese Waffen kaum genutzt. Sie dienten in erster Linie der Verteidigung und wurden auf der Stadtmauer oder in den Tortürmen eingesetzt. Immerhin betrug ihre Reichweite, je nach Ladung, bis zu 300 Meter.

Experten bestätigten, dass gerade diese Dreiergruppe der Vilsecker Hakenbüchsen eine Besonderheit darstellt. Eine davon haben Gernot Bock, ein Experten für alte aber auch neue Waffen, und Hubert Hüttner vom Militärmuseum Amberg restauriert und dann dort ausgestellt. Inzwischen sind auch die beiden anderen Waffen überholt und können nun als Ensemble in Vilseck besichtigt werden.

Bürgermeister Hans-Martin Schertl merkte an, dass die drei Hakenbüchsen über Jahrzehnte hinweg auf dem Dachboden des Vilsecker Rathauses lagen. Dem ehemaligen Verwaltungsbeamten Peter Mallmann sei es zu verdanken, dass die Hakenbüchsen in den 1970er-Jahren nicht Militärsammlern überlassen worden seien. Der Bürgermeister dankte allen, die sich bei der Restaurierung mit Rat und Tat eingebracht haben. "Mit diesen Hakenbüchsen kann Vilseck ein Juwel aus der Vergangenheit präsentieren", hob das Stadtoberhaupt hervor.

Interessierte können die Hakenbüchsen zu den üblichen Öffnungszeiten der Bergfrieds bis Montag, 3. Oktober, an Sonn- und Feiertagen zwischen 14 und 17 Uhr besichtigen.
Mit diesen Hakenbüchsen kann Vilseck ein Juwel aus der Vergangenheit präsentieren.Hans-Martin Schertl, Vilsecker Bürgermeister
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