Katja Werker und Christina Lux im Vilseck
Starke Frauen, starke Stimmen

Mit Katja Werker (links) und Christina Lux gastierten zwei außerordentlich gute Liedermacherinnen auf Burg Dagestein in Vilseck. Bild: Stiegler
Kultur
Vilseck
06.06.2016
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"Eingefolkt" ist ein Lieblingsausdruck von Songwriterin Katja Werker - das wird am Freitagabend im "Kulturkasten" in Vilseck deutlich. Und Kollegin Christina Lux steht ihr musikalisch in nichts nach. Die richtige Rezeptur für ein gelungenes Doppelkonzert.

Instrumental beschränkt sich Katja Werker auf wenige Gitarren. Mehr als drei kann sie im Zug gar nicht mitschleppen, erzählt sie den Zuhörern. Aber die reichen an diesem Abend auch aus. Der Vorteil darin liegt nämlich auf der Hand: Ihre Stimme kommt deutlich zur Geltung, eine besondere Stimme, die wie geschaffen ist für jemanden aus der Kategorie "Singer und Songwriter".

Zu jedem Song hat die 46-jährige Geschichten dabei, die den Auftritt sehr persönlich machen. Barfuß steht sie auf dem roten Teppich, der die Bühne andeuten soll. Wenn sie singt, sind ihre Augen meistens geschlossen. Und dann intoniert sie die "Streets of Africa", fordert "Bring mich nach Hause" oder stellt lapidar fest: "Es ist wie es ist". Immer wieder gelingt es ihr, die Zuhörer zum Mitsingen zu bewegen. Neben den vielen eigenen Stücken des Abends hat sich Werker aber auch für Cover-Versionen entschieden - aber diese dann eben "eingefolkt" und dennoch unverwechselbar: Selten hört man ABBAs "Dancing Queen" und auch "Bloodbuzz Ohio" der Indie-Rock-Band "The National" auf diese Art und Weise. Ein neueres Album von Katja Werker heißt "Lieder vom Küchentisch" - und genauso intim, wie sie die Songs dort an besagtem Möbel geschrieben hat, kommen sie bei den Zuhörern an. Das passt perfekt!

Innige Gespräche


Der zweite Teil des Abends gehört Christina Lux (51): andere Stimme, anderer Rhythmus und doch gut harmonierend. Auch ihr Instrument ist die Gitarre in verschiedenen Formen. Ihre Songs wirken wie innige Gespräche zwischen der Künstlerin und dem Instrument - und schaffen dadurch eine maximale Atmosphäre. Auch sie steuert Anekdoten bei, schafft mit ihren Songs Bilder und Metaphern in den Köpfen der Zuhörer. Sie singt über das "Meer", über "Wege" und Vorstellungen ("Stell' Dir vor..."), von Umarmungen ("Embrace") und dem Spielplatz ("Playground"), sie wechselt zwischen englischer und deutscher Sprache. Und das wichtigste dabei: Ihre Texte und Melodien finden den direkten Weg zu den Zuhörern, es sind Songs mit Herz und Seele. Keine Lieder von der Stange, sondern Klänge ganz weit weg vom Mainstream. Und diese sind nicht selten gewürzt mit jeder Menge unverwechselbarer Poesie. Kurz: Eine starke Frau mit starken Texten und Melodien.

"Songwriting at it's best!"


Der Höhepunkt des Abends: Katja Werker und Christina Lux stehen zum Schluss gemeinsam auf der Bühne, haben drei Songs arrangiert. Ein echtes Feuerwerk der Stimmen und Gitarren. Lange anhaltender Applaus für ein Doppelkonzert der Extraklasse: "Songwriting at it's best!"
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