Stadtrat stimmt für Festspiel
Lola Montez kommt zurück

Bürgermeister Hans-Martin Schertl (links) freute sich, dass Christian Höllerer, Bernhard Setzwein und Stefan Voit (von links) in Vilseck ein Freilichtfestspiel rund um die legendäre Lola Montez aufziehen, deren jugendlicher Liebhaber Elias Peißner aus Vilseck stammte. Bild: e
Kultur
Vilseck
23.11.2016
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- eine Theaterstadt? Utopie ist das nicht mehr, zumindest hat der Stadtrat (gegen drei Stimmen) das klare Signal zu einem "außergewöhnlichen Projekt" gegeben, wie es Bürgermeister Hans-Martin Schertl ausdrückte.

Es würde für die Stadt wohl auch touristisch eine weitere Aufwertung bedeuten. Wenn alles so läuft wie vorgesehen, dann kann Vilseck im Sommer 2018 mit einem Freilichttheater aufwarten, das sich in der Hauptsache um ein "vogelwildes Weibsbild, um eine schillernde Figur" dreht, wie es Bernhard Setzwein formulierte. Und um einen jungen Vilsecker, dessen Vater Jakob Peißner der Stadttürmer von Vilseck war.

Man schrieb das Jahr 1848. Bei der Frau handelt es sich um Maria de los Dolores Porrys y Montez, kurz Lola Montez genannt, beim Vilsecker um Elias Peißner, der seinerzeit in München studierte und der Lola Montez zur Flucht aus der Landeshauptstadt verholfen haben soll. Die Legende erzählt, dass sich Lola Montez danach zusammen mit Peißner kurzzeitig in Vilseck aufgehalten hat, verkleidet als männlicher Student, und deshalb nicht erkannt wurde.

Das ist, grob gesagt, der Stoff, aus dem sich eine Lokal- und Bayerngeschichte stricken lässt, ein Freilufttheater auf der Burg Dagestein mit ihrem weitläufigen Innenhof, dem Torbau, der Fassade des Zehentkastens sowie dem Bergfried samt Aussichtsplattform - eine spektakuläre Kulisse für eine Freilicht-Theateraufführung mit bekannten Schauspielern. An zehn Vorstellungen ist zunächst gedacht.

"Lola und Elias" - das soll ein spannendes Stück werden, inszeniert und in Szene gesetzt von Koryphäen in ihrem Fach. Deshalb kamen (erstmals) in den Vilsecker Stadtrat: der Schriftsteller Bernhard Setzwein, der Mitbegründer der Burgfestspiele Leuchtenberg, Regisseur, Schauspieler und Theaterintendant Christian Höllerer sowie Stefan Voit, Ressortleiter Kultur bei Oberpfalz-Medien in Weiden. Sie hatten, zusammen mit der Vilsecker Kulturamtsleiterin Adolfine Nitschke, lange Beratungen zum Lola-Stück hinter sich gebracht. Der Kulturausschuss gab ebenfalls schon sein Placet, was Stefan Voit das Resümee ziehen ließ: "Die Stadt Vilseck hat erkannt, wie wichtig es ist, Kultur vorweisen zu können." Es stehe der Stadt zweifelsohne gut zu Gesicht. "Lola und Elias" - das hat für die Stadt einfach Charme, weil es bayernweit Aufsehen erregt.

Zehn Vorstellungen


Im Stadtrat ging es jetzt im Wesentlichen darum, das Signal für das Festspiel auf Grün zu stellen. Bernhard Setzwein wird den Text schreiben, Christian Höllerer Regie führen, Stefan Voit die Öffentlichkeitsarbeit organisieren. Schauspieler, Technik, Kostüme, Werbung und Gagen - alles wird sich nach und nach herauskristallisieren. In diesem frühen Stadium geht man von zehn Vorstellungen von Juni bis August 2018 aus, mit jeweils 400 Besuchern. Die Ausgaben lassen sich vorab auf etwa 40 000 Euro beziffern. Die Einnahmen dürften das allerdings kompensieren.
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