Welcome to the Coynes
Robert Coyne spielt auf Burg Dagestein

Legenden unter sich: Robert Coyne (Mitte) spielt mit Weggefährten seines Vaters: Werner Steinhauser an den Drums und Bluesman Wolfgang Bernreuther an der Gitarre. Bild: otj
Kultur
Vilseck
18.04.2016
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Der Name Coyne hat in der Oberpfalz besonderes Gewicht. Der 2004 verstorbene Musiker, Maler und Autor Kevin Coyne spielte zahlreiche Gigs in der Region. Sohn Robert zeigt am Samstag im Zehentkasten der Burg Dagestein, dass ihm sein Vater mehr als den prominenten Namen mitgegeben hat.

Robert ist ein schmächtiger Typ, klein, mit der hellen Hautfarbe eines Briten. Distinguiert, aber nicht blasiert. Eher schüchtern. Auf die Ansagen zwischen den Songs muss sich der Zuhörer konzentrieren. Was nicht an der Akustik liegt. Als Live-Location ist der Saal im fantastisch sanierten Zehentkasten eine echte Entdeckung.

Anker in Bayern


Robert Coyne lebt in London, hat mit der Witwe Helmi Coyne in Nürnberg aber noch einen Anker in Bayern. Der Gig in Vilseck ist eine Art Family Reunion, denn dort, wo der Singer/Songwriter Perlen des Alternative-Folk präsentiert und Helmi lauscht, hängen die Gemälde von Kevin an den Wänden. Diese Konstellation bewegt den Mittvierziger ganz offensichtlich. Welcome to the Coynes.

Um die Bedeutung des Musikers Robert Coyne zu veranschaulichen, muss man nur ein klein wenig Namedropping betreiben: Robert spielte schon mit Eric Burdon, Amy Rigby, Spooky Tooth und Chris Wilson von den Flamin' Groovies - Chapeau, Mr. Coyne!

In Vilseck spielt der Musiker Songs seiner Alben "The Obscure Department" und "Golden Arc", die er in den Jahren 2013 und 2014 aufgenommen hat - mit Drummer Jaki Liebezeit, der unter anderem Gründungsmitglied der Krautrock-Legende "Can" und begehrter Studiomusiker ist. In Vilseck setzt sich allerdings eine andere Größe ans Schlagzeug: Werner Steinhauser, der 15 Jahre lang Vater Coyne begleitete. Robert Coyne ist kein Aufschneider, versteigt sich nicht in endlosen Soli oder Feedback-Gewittern. Seine Songs sind wohltuend schlicht anmutende, in sich verschachtelte Melodien-Miniaturen, die die zärtliche Stimme Roberts dezent ans Ohr des Zuhörers führen, um von dort aus die smarten Texte des Londoners bis zum zerebralen Sprachzentrum zu begleiten.

Wohltuend schlicht


Neben Coyne und Steinhauser hat am Samstag eine dritte musikalische Größe seine Gitarren eingepackt. Blues-Musiker, Komponist und Maler Wolfgang Bernreuther ist ein Virtuose am Instrument, was er mit einigen staubtrockenen Solonummern eindrucksvoll belegt. Als krönenden Abschluss stehen die drei Ausnahme-Musiker für paar Nummern gemeinsam auf der Bühne. Kevin Coyne wäre stolz gewesen.
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