Blickfang in freier Natur

Der Potsdamer Fassadengestalter Markus Runge hat drei, vier Tage veranschlagt um seinen Entwurf eines mittelalterlichen Kaufmannszugs auf der Goldenen Straße großformatig umzusetzen. Bilder: gf (2)
Lokales
Vilseck
10.07.2015
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Östlich von Vilseck gibt es in Sichtweite der Stadt an der Staatsstraße 2261 eine völlig unspektakuläre Kreuzung nach Lohhof und Schöfelhof. Das wird sich bald ändern. Wegen eines Trafo-Häuschens und der Goldenen Straße.

(zm) Jahrzehnte steht das turmförmige, kleine Gebäude nun schon an seinem Platz, fällt nicht weiter auf und hat es schwer, in die bewusste Wahrnehmung von Passanten vorzudringen. Nicht mehr lange. Am Wochenende möchte Markus Ronge mit seiner Arbeit fertig sein. Der Fassadengestalter ist seit Mittwoch damit beschäftigt, eine Art gemaltes Diorama auf der Außenwand aufzubringen.

Das Glückslos hat Vilseck dazu verholfen. Das Bayernwerk nutzt seit ein paar Jahren bauliche und technische Sanierungen solcher Stationen, um mit einer künstlerischen Fassadengestaltung ein markantes Tüpfelchen auf dem i zu spendieren. Im Bayernwerk-Bezirk Weiden wird Schöfelhof I, so die interne Bezeichnung der Anlage, das dritte Exemplar sein. Auerbach ist in Planung, erzählte Pressesprecherin Katja Lindner am Mittwoch bei einem Ortstermin.

Himmel ist schon da

Zu diesem Zeitpunkt wies die sauber verputzte Station im unteren Bereich eine breite tiefbraune Banderole auf, oben waren die Wände rundum hellblau gestrichen. Da wird der Oberpfälzer Himmel hinkommen, allerdings ohne Regenwolken, wie an diesem Tag. Rundherum entsteht im unteren Bereich eine farben- und lebensfrohe Szenerie durchreisender Handels- und Edelleute, von Fuhrknechten, Pferdegespannen und Fußvolk. Die Trafostation steht auf einer leichten Anhöhe, die einen durchaus reizvollen Blick auf die Silhouette von Vilseck eröffnet.

Recht aufwendig

Auch dieses Motiv fließt in das Bild ein, freute sich Bürgermeister Hans-Martin Schertl, dass die Tourismus- und Kulturfachkraft der Stadt, Adolfine Nitschke, die Initiative ergriffen hatte, sich beim Bayernwerk zu bewerben. Ganz so einfach, wie sich Laien das vorstellen, ist dieses Projekt einer Referenz des Energieversorgers an die hier vorbeiführende Goldene Straße in der Umsetzung dieser Fassadengestaltung nicht. Die Trafostation musste für die auf eine Woche veranschlagte Bemalung in Sprayer-Technik vom Netz genommen werden. Dazu war das Provisorium eines zusätzlichen Stromleitungs-Masten nötig, der später wieder verschwindet. Schertl und alle an diesem Ortstermin Beteiligten waren sich sicher, dass es mit dem Dornröschenschlaf des schnöden technischen Baus vorbei sein wird, wenn Runge mit seiner Arbeit fertig ist
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