Daraus geworden ist eine seit rund 20 Jahren bestehende Rumänienhilfe für das siebenbürgische ...
Schüleraustausch, das war die Idee

Die unermüdlichen Motoren dieser Rumänienhilfe, die heuer sogar zwei Transporte unter der Leitung von Hans Grimm (rechts) und Klaus-Dieter Seibold (Dritter von rechts) auf die Beine stellen konnte. Bild: dul
Lokales
Vilseck
29.10.2014
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(dlu) Ganz am Anfang stand persönliches Engagement. Daraus geworden ist die "Rumänienhilfe der Schule und Stadt Vilseck und der Gemeinde Freihung". Vor beinahe 20 Jahren ergriff der damalige Konrektor der Freihunger Volksschule, Klaus-Dieter Seibold, nach dem Besuch eines Siebenbürgener Sachsen die Initiative. Eigentlich wollte er einen Schüleraustausch mit Sager (Zagar) begründen.

Schnell sicherten ihm der frühere Freihunger Bürgermeister Michael Bücherl und Hermann Frieser, damals Rektor der Schule, ihre Unterstützung zu. Die sah erst einmal so aus, dass sich das Trio nach Zentralrumänien aufmachte. Nach einer 16-stündigen Fahrt trafen sie auf Menschen und Umstände, mit denen sie nicht einmal im Ansatz gerechnet hätten. "Da war ein Empfang und eine Großzügigkeit, das hätten wir nie gedacht", erinnert sich Seibold an die Herzlichkeit der Leute, aber auch hier undenkbare Zustände und Lebensumstände.

Mit diesen Eindrücken vor Augen reifte schnell der Entschluss, den geplanten Schüleraustausch mit einem Hilfsprojekt zu verflechten. Erstes Ziel war, den baufälligen Kindergarten des Ortes zu sanieren, speziell auch die Sanitäranlagen. Zurück in Deutschland, begann das Trio, für dieses Vorhaben Spenden zu sammeln und die hiesigen Menschen, aber auch Firmen, für die Bedürftigkeit der Bevölkerung in und rund um Sagar zu sensibilisieren. Aus diesem Projekt entstand eine Partnerschaft, die persönlich geprägte Kontakte wachsen ließ, die bis heute bestehen.

Die "Rumänienhilfe" stellt sich heute als fester Kreis von 20 aktiven Leuten dar, und unter der Leitung von Hans Grimm fuhr bisher jährlich im Frühjahr ein Lkw voller Hilfsgüter nach Rumänien schickt. "In Sagar nennen sie es das Maifest", erzählt Grimm. Lehrer, Eltern und Kinder würden zur Ankunft des Transports immer ein Schulfest ausrichten.

"Wir kennen jeden, der etwas von uns bekommt", verbürgt sich Grimm dafür, dass die Sachspenden und Geschenke für Kinder und Familien in die richtigen Hände kommen würden. Neben diesen "Gastgeschenken" für die Bewohner rund um Sager habe die Rumänienhilfe dank großzügiger Unterstützung aus der regionalen Wirtschaft und anderer Stellen Beachtliches leisten können.

Grimm verweist beispielsweise auf sechs Dialysegeräte, 130 Krankenhausbetten, eine Wasseraufbereitungsanlage, Rollstühle und anderes medizinisches Material für Uniklinik in der Bezirkshauptstadt Tirgu Mures, die etwa 145 000 Einwohner hat. Hinzu kämen 55 Schultische, 90 Stühle, 28 Computer und viel Krimskrams rund um die Schule und den Kindergarten in Sagar. (Hintergrund)
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