Die Kirche als Himmel auf Erden

Dieser Tag wird in die Geschichte der Pfarrei und der Stadt Vilseck eingehen.
Lokales
Vilseck
20.04.2015
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"Weißt du, wo der Himmel ist, außen oder innen, eine Handbreit rechts und links, du bist mitten drinnen!" Diese Zeilen von Wilhelm Willms führten Pfarrer Dietmar Schindler zu der Erkenntnis: "Seit der Osternacht haben wir anschaubar den Himmel mitten in unserer Stadt."

Schindler äußerte dies bei seiner Dankesrede zur Wiederinbesitznahme der renovierten Pfarrkirche St. Ägidius durch die Gemeinde. Dabei zogen Geistlichkeit, Festgäste und Fahnenabordnungen in den "himmlischen Festsaal" ein. Generalvikar Michael Fuchs feierte die Eucharistie. Das Jugendblasorchester mit Dirigent Hermann Hänsch und der neue Kirchenchor unter Leitung von Franz Winklmann gestalteten den Gottesdienst mit.

Prälat Fuchs freute sich, nach dem schrecklichen Brand die Wiedereröffnung dieser herrlichen Kirche miterleben zu dürfen. "Dieser Tag wird in die Geschichte der Pfarrei und der Stadt Vilseck eingehen", sagte er. Er dankte besonders Pfarrer Schindler, der mit seinen Gremien viel Kraft und Energie aufwenden musste. Fuchs sprach auch die Pfarreiengemeinschaft Vilseck-Schlicht-Sorghof an, die im Herbst gebildet wird. Er wünschte, dass aus Nachbarschaft eine Gemeinschaft werden möge, in der alle aus gläubiger Überzeugung mitwirken und zusammenarbeiten.

830 Tage ohne

Pfarrgemeinderatssprecherin Michaela Kreuzer begrüßte anschließend die Gäste im Pfarrsaal und erinnerte an die 830 Tage, an denen man auf St. Ägidius verzichten musste. Pfarrer Dietmar Schindler dankte allen, die sich bei der Renovierung engagiert hatten: den Feuerwehrleuten, die mutig und professionell den Brand löschten und die Schäden durch sparsamen Wassereinsatz so gering wie möglich hielten; den beteiligten Firmen und Handwerkern; dem Landesamt für Denkmalpflege; den Restauratoren, die eng mit dem Architektenbüro "em." Amberg zusammenarbeiten. Den Architekten Johann Ernst und Simone Walter sei es zu verdanken, dass die Maßnahme zügig vonstatten ging.

Schindler bedankte sich bei der Finanzkammer der Diözese, die den Kostenanteil der Pfarrei zu 40 Prozent bezuschusste. Keine Erbsenzählerei habe die Bayerische Versicherungskammer betrieben. "Sie übernahm den Schaden großzügig, gerade auch dort, wo man nicht genau zwischen Altschäden und Brandschäden trennen konnte." Viele kleine und große Spender ließen 120 000 Euro zusammenkommen, die die große Belastung der Pfarrei abgefedert hätten. Dass Kirche und Dorf zusammengehören, habe der Stadtrat durch die Bewilligung eines großzügigen Zuschusses bestätigt.

"Einen Tag im Amt war Kirchenpfleger Thomas Pröls, als der Brand am 9. Januar 2013 ausbrach." Zusammen mit der Kirchenverwaltung habe Pröls sich in die Aufgabe hineingekniet, sagte der Geistliche. Obendrein sei er auch als zuverlässiger Handwerker stets vor Ort gewesen.

Fleißige Heinzelmännchen

"Bei den vielen Putzaktionen, die Maria Ernst und Michaela Kreuzer organisierten, haben viele Helfer zusammen mit den Mesnern das Gotteshaus gesäubert", sagte der Pfarrer. Für die Vorbereitung des Festes im Pfarrsaal seien ebenfalls fleißige Heinzelmännchen am Werk gewesen. "Die Kirche, als Gemeinschaft so vieler engagierter, fleißiger Leute von A bis Z, ist der Himmel auf Erden, auch wenn er unter der alltäglichen Oberfläche unseres Lebens oft verborgen bleibt", schloss der Pfarrer.

Beim Pfarrfest am Nachmittag brachte Johann Ernst den Interessenten die Schönheit des Gotteshauses näher. Franz Winklmann gab Kostproben auf der renovierten Orgel.
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