Einklang ist in Sichtweite

Kuriosität am Rande: Bei dem Hirsch, auf den der Forstbeamte hier zeigt, hatte sich ein Holzprügel im Geweih verhakt und ihn schwer beeinträchtigt. Das Tier musste erlegt werden. Bild: Gebhardt
Lokales
Vilseck
27.04.2015
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Der Vorsitzende ist zufrieden: "Es ist genau das eingetreten, was wir uns vor einem Jahr vorgenommen hatten". Die Abschusszahlen für Rotwild können, zumindest im Truppenübungsplatz, wieder gesenkt werden. Der Wald wächst, der Hirsch hat trotzdem seinen Lebensraum. Allerdings muss er in der Oberpfalz auch eine wichtige Aufgabe erfüllen.

Bei der Rotwildschau der Oberpfalz gab es heuer erste Erfolge der Jagdpolitik zu ernten. Sie ist wohl die bedeutendste und interessante Veranstaltung ihrer Art in Deutschland, das merkt an den Besuchern und den Autokennzeichen: Alljährlich versammeln sich die Rotwildjäger auf Gut Heringnohe, um Bilanz zu ziehen für die Oberpfalz. Die Hegeringe Nord (Übungsplatz, Veldensteiner Forst, Steinwald etc.) und Süd (Übungsplatz Hohenfels und Umgebung) legen ihre Trophäen zur Besichtigung vor.

Der Wald wächst

Wichtiger aber sind die Signale, die von diesem Tag ausgehen. Daran ließ der Chef der Oberpfälzer Jäger, BJV-Vizepräsident Dr. Günther Baumer, keinen Zweifel. Auch Vilsecks Bürgermeister Hans-Martin Schertl ordnete die Veranstaltung ähnlich ein, MdL Reinhold Strobl zeigte sich ebenfalls schwer beeindruckt von der Schau, die die Bläsergruppe Amberg eindrucksvoll umrahmte. Die Leiter der Hegegemeinschaften Oberpfalz-Nord, Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg, und Süd, Dr. Markus Perpeet, erläuterten die Statistik: Der Norden hatte in vier Unterbezirken zusammen 2128 Stück, der Süden 955, insgesamt kamen in der Oberpfalz also knapp 3100 Stück zur Strecke. Im Übungsplatz Grafenwöhr würden für die neue Saison 500 Stück weniger als bisher geplant. Besonders in Hohenfels, berichtete Perpeet, sei es gelungen, durch konsequenten Abschuss rund 1200 Hektar natürlich verjüngte Buchenwälder hochzubringen, weitere 500 Hektar seien in Arbeit. "Wir werden weitermachen".

Grafenwöhrs Forstdirektor Ulrich Maushake zeigte sich überzeugt, dass das neueste Forschungsvorhaben der Wildbiologen die Fachwelt aufhorchen lassen werde. "Es mehren sich die Anfragen, wie wir hier das Rotwild dazu bringen, den Wald zu schonen und die Offenlandschaft zu pflegen." Möglich sei dies, neben einem ausgeklügelten Jagdkonzept, vor allem durch "die kluge Einsicht der US-Streitkräfte, ihr Verständnis und ihre Unterstützung", dankte er seinen Partnern, stellvertretend Lieutenant Colonel Jeffrey Anderson.

Prachtvolle Hirsche

Maushake erläuterte die Zusammenhänge im Übungsplatz anhand eindrucksvoller Beispiele. "Auch die privaten Jäger rundherum profitieren von den Grafenwöhrer Aktivitäten!". Anschließend wandte er sich traditionsgemäß den Trophäen zu, von denen er einige einzeln vorstellte. Der stärkste Hirsch der Schau, ein ungerader 20-Ender, hatte ein Geweihgewicht von 6,5 Kilo, ein Alter von 15 Jahren und 201 Internationale Punkte. Den Zweitstärksten erlegte ein Jäger aus der Nachbarschaft. (Seite 4)
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