Explosionsgefahr

Lokales
Vilseck
30.11.2015
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Die Anspannung steckte den direkt am Brandherd eingesetzten Löschkräften noch zwei Stunden später in den Gliedern. Bei einem Feuer im Vilsecker Bauhof wurde es brenzlig.

(zm) Als die Lage ausreichend sondiert war, wurde deshalb ein Sperrgürtel von 300 Metern um das Gelände gezogen. Eineinhalb Stunden später schien die Gefahr weitestgehend gebannt und das Ausmaß des Schadens wurde sichtbar. Eine der zwei langgezogenen Hallen des städtischen Bauhofs brannte total aus. "Unfassbar", kommentierte Bürgermeister Hans-Martin Schertl das sich ihm bietende Bild. Gegen 11.30 Uhr war das Feuer gemeldet worden und schnell klar, dass sich ein Großeinsatz anbahnte. Als die ersten Löschkräfte eintrafen, stand nahezu der gesamte Komplex in hellen Flammen.

Damit war Explosionsgefahr gegeben. Die Halle wurde als Werkstatt und Lager genutzt, deshalb gab es auch mehrere Stahlflaschen mit technischen Gasen, die dort abgestellt waren. Hinzu kamen weitere brennbare Stoffe aus dem Umfeld der Kfz-Technik. Schnell machte sich dichter Qualm und Rauch breit, so dass nur unter schwerem Atemschutz an den Brandherd vorgerückt werden konnte. Die Einsatzleitung hatte Kreisbrandinspektor Karl Luber übernommen.

Rund 120 Mann

Er forderte Zug um Zug weitere Unterstützung an, so dass Kräfte nahezu aller Wehren der Umgebung mit schließlich rund 120 Mann vor Ort waren. Die Vilsecker Feuerwehr bekam Unterstützung aus Sulzbach-Rosenberg, Hahnbach, Schlicht, Freihung und Thansüß sowie von der Lagerfeuerwehr der US-Armee. Parallel wurden mehrere Rettungswagen und sogar ein Hubschrauber in Richtung Rinostraße beordert, während auch die Polizei etliche Beamte im Umfeld des Brandes zusammenzog, um die Staatsstraße 2123 für den Durchgangsverkehr zu sperren und die Nachbarschaft mit Lautsprecher-Durchsagen vor der starken Rauchentwicklung zu warnen.

War es Funkenflug?

Rund eineinhalb Stunden nach der Alarmierung dann Entwarnung. Luber sah die Explosionsgefahr als gebannt an, inzwischen war auch Kreisbrandrat Fredi Weiß am Brandort eingetroffen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei dürfte Funkenflug bei Schweißarbeiten eines Bauhofbediensteten (43) einen Rasenmäher in Brand gesteckt haben. Zusammen mit einem Kollegen versuchte er noch, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu ersticken, was jedoch misslang. Danach schlugen die beiden Männer Alarm.

Bis zu drei Millionen

Mit der Halle ist auch ein Traktor des Bauhofes ausgebrannt. Er konnte nicht mehr rechtzeitig gerettet werden. Nach ersten Schätzungen seitens der Polizei ist von "einem Schaden in mittlerer sechsstelliger Höhe" auszugehen. Der Bürgermeister sprach von mindestens zwei bis drei Millionen Euro.
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