Fördern und nicht überfordern

Lokales
Vilseck
17.09.2015
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Eine Premiere, nicht nur für die Abc-Schützen, sondern auch für die Lehrer, gab es am ersten Schultag in Vilseck. Nach der Fertigstellung der Räume werden die Erst- und Zweitklässler nicht mehr in Schlicht unterrichtet, sondern zusammen mit den "Großen" im Schulgebäude Vilseck.

Stellvertretender Bürgermeister Heinrich Ruppert und Rektor Franz Dirmeier begrüßten die Mädchen und Buben mit ihren Eltern, Großeltern und Verwandten in der sanierten Schule. Die 43 Schüler wurden von den Klassenlehrerinnen Agnes Maul und Irmgard Rosenblatt, der Lehramtsanwärterin Marlene Kopf und der Förderlehreranwärterin Tanja Busch in der Aula empfangen.

Wichtiger Lebensabschnitt

Ruppert nannte den Tag der Einschulung einen ganz wichtigen Abschnitt im Leben. Der Stadtrat Vilseck habe sich die Generalsanierung der Vilsecker Schule viel Geld kosten lassen. "Es entstand ein Gebäude nach dem modernsten Standard und mit einer hervorragenden technischen Ausrüstung." Rektor Dirmeier erklärte, dass in Vilseck auch 14 Kinder von Asylbewerbern im Alter von 7 bis 15 Jahren in einer eigenen Klasse von der Lehrerin Andrea Kemptner unterrichtet werden. Sie sollen in dieser Eingliederungsklasse in erster Linie die deutsche Sprache erlernen, um dann besser integriert werden zu können.

Der Rektor meinte in seiner Ansprache, dass die Schulanfänger erwartungsvoll, ein wenig aufgeregt, aber vor allem fröhlich und stolz seien, dem Kindergartenalter entwachsen zu sein und heute zum ersten Mal das Klassenzimmer betreten zu können. Die Schultüten seien gut gefüllt und sollen den ersten Schultag versüßen. An die Eltern gerichtet meinte der Rektor, dass Kinder gefordert werden wollen, "aber freilich nicht überfordert". In einem Rundschreiben, das er den Eltern mitgegeben hatte, führte er auf, dass eine Statistik besage, jedes 7. Kind in Deutschland sei unglücklich.

Das Glück der Kinder stehe und falle mit der Familie. Ein durch Liebe, Anerkennung und Unterstützung geprägtes familiäres Klima fördere die Entwicklung der Kinder, ebenso gemeinsame Aktivitäten mit den Eltern und das Gefühl, Freizeit, Freiraum und Freunde zu haben. "Emotionale Geborgenheit ist die Grundlage der Leistungsbereitschaft."

Weniger Fernsehen

In den ersten Schulwochen würde sich viel für die gesamte Schulzeit entscheiden. "Die Schule und die Stadt werden alles tun, damit den Kindern optimale Bedingungen zum Lernen geboten werden." Er forderte die Eltern auf, ebenfalls ihren Teil zum Gelingen des Schullebens ihrer Kinder beizutragen. Um den Schulerfolg zu gewährleisten, bräuchten die Kinder nicht nur materielle Dinge. Ausreichend Schlaf, kein Fernsehen schon vor der Schule, Ordnung bei den Schulmaterialien, Eltern- und Lehrergespräche, Kontrolle von Hausaufgaben und Lernfortschritten und Lesen von Büchern seien förderlicher für ein gutes Schülerleben.

Während die Kinder ihre erste Stunde allein mit den Klassenlehrerinnen in den Schulzimmern verbrachten, wurden die Eltern vom Elternbeirat in der Aula vor der Ganztagesbetreuung mit Kaffee und Kuchen bewirtet.
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