Happy-End für eine alte Villa

Lokales
Vilseck
24.11.2014
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Eine Unternehmer-Familie zeigt Heimat-Flagge und siedelt ihre Verwaltung entgegen ursprünglicher Pläne Zuhause an.

Die Runde war sich einig: Zu einem Schmuckstück für die Stadt wurde das ehemalige Hierold-Anwesen in der Schlichter Straße. Davon überzeugten sich bei der Eröffnung die geladenen Gäste, darunter auch die drei Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates. Der Komplex aus dem Jahr 1878 stand zuvor viele Jahre leer.

Vor einigen Jahren erwarb es die Stadt, um eine Wohngruppe für demenzkranke Menschen zu bauen. Als dieses Vorhaben endgültig gescheitert war, haben 2013 die Eheleute Petra und Franz-Josef Einhäupl das Anwesen gekauft, es grundlegend saniert und Büroräume für ihren Feuerverzinkungs- und Industriebeschichtungen-Betrieb geschaffen.

Ursprünglich hatte Franz-Josef Einhäupl geplant, dieses Verwaltungsgebäude in Leipzig zu errichten, da es dort zentraler für seine Betriebsstätten gelegen hätte. Zum Glück, so die einhellige Auffassung heute, war aber schließlich die Verbundenheit zur Heimat des Unternehmens stärker und es fiel die Entscheidung, dieses ehrwürdige Anwesen mit erheblichem finanziellen Aufwand umzubauen. Der Stadel im rückwärtigen Bereich wurde abgerissen und durch einen Neubau als Technikgebäude ersetzt. Das Haupthaus musste wegen der erheblichen Schäden an der Substanz entkernt und das Dach entfernt werden Der das Projekt betreuende Architekt Hermann Rauh (Weiden) achtete bei der Sanierung darauf, dass die Baugeschichte des Hauses weitgehend stilistisch bewahrt wurde. So ist an verschiedenen Stellen im Innern auch das alte Mauerwerk sichtbar gemacht worden. Teilweise wurden die alten Fenster saniert und wieder eingebaut worden. Sandsteinelemente des ursprünglichen Mauerwerks finden sich in einer Theke im neu angebauten Wintergarten, beim Gartenzaun und verschiedenen Außenanlagen wieder. Das alte Pflaster im Außenbereich wurde als Umrandung für neue Flächen hergenommen.

So entstanden nicht zuletzt durch die städtebauliche Beratung von Werner Heckelsmüller in einem alten Mauerwerk moderne Büro und Besprechungsräume mit höchster technischer Ausstattung und Liebe zum Detail. Franz-Josef Einhäupl bezeichnete das Gebäude selbst als das "Schloss Versailles des kleinen Mannes". Bürgermeister Hans-Martin Schertl freute sich, dass sich die Unternehmerfamilie entschieden hat, ihr Bürogebäude in Vilseck zu errichten und somit sehr zur Bereicherung der Altstadt beizutragen.
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