Hier gewinnen wirklich alle

Das Band ist natürlich nur symbolisch, der Kreisel im Hintergrund aber echt. Im Bild von links: Heinrich Ruppert (Landratsamt), Bürgermeister Hans-Martin Schertl, Landrat Richard Reisinger, MdL Harald Schwartz, Henner Wasmuth und Stefan Noll (beide Staatliches Bauamt). Bild: Huber
Lokales
Vilseck
14.11.2014
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Wenn Politiker von einer Win-win-Situation reden, ist oft Vorsicht angebracht. Doch im Falle des neuen Kreisverkehr bei Axtheid-Berg gibt es tatsächlich nur Gewinner: Den Staat, den Landkreis und natürlich die Autofahrer.

Bei Axtheid-Berg, wo sich die Staatsstraße 2166 mit der Kreisstraße AS 5 kreuzt, hat es in der Vergangenheit immer wieder gekracht. Es gab Tote und Verletzte - ein klassischer Unfallschwerpunkt also. Doch nun ist alles anders: Unter Federführung des Staatlichen Bauamtes fanden sich der Freistaat Bayern, der Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Vilseck zusammen, um diese Problemstelle zu entschärfen. Entstanden ist ein Kreisverkehr, der am Donnerstag seine offizielle "Einweihung" erfuhr.

"Hier sind vernünftige Leute zusammengekommen", lobte Henner Wasmuth, der Leiter des Staatlichen Bauamts, den Ablauf der Maßnahme. Das harmonische Miteinander aller Beteiligten - und vor allem auch der betroffenen Grundstückseigner - hat nach seinen Worten den angenehmen Effekt gehabt, dass ein Genehmigungsverfahren vermieden werden konnte, das sich über Jahre hingestreckt und damit den Bau des Kreisverkehrs verzögert hätte.

Kostenträger der rund 1,45 Millionen Euro teuren Maßnahme ist der Landkreis durch die Übernahme der sogenannten "kommunalen Sonderbaulast". Aufgrund der sehr günstigen Förderkonstellation ersparte er sich nach Auskunft von Stefan Noll, Abteilungsleiter für Amberg-Sulzbach, im Vergleich einer klassischen Anteilsfinanzierung einige 10 000 Euro an Eigenmitteln. Auf der anderen Seite konnte der reguläre Staatsstraßenhaushalt des Staatlichen Bauamts um den "kreuzungsbedingten" Kostenanteil der Staatsstraße 2166 entlastet werden.

Das Geld, so Landrat Richard Reisinger, komme unter anderem dem Ausbau der Staatsstraße zwischen Lintach und Raigering zugute, für den sich ja der anwesende Landtagsabgeordnete Harald Schwartz so vehement eingesetzt habe.

Mit der Beleuchtung und dem Gehsteig war die Stadt Vilseck zu einem eher kleinen Teil an der Maßnahme beteiligt, allerdings profitieren ihre Bürger ganz besonders von der Verbesserung der Verkehrssituation. Bürgermeister Hans-Martin Schertl freute sich am Donnerstag vor allem darüber, wie zügig die Baumaßnahme von der Firma Rädlinger abgewickelt worden ist. Der Spatenstich habe ja erst am 4. August stattgefunden. "Man glaubt, es war erst gestern."

Die Ehrengäste durften dann noch ein symbolisches Band durchschneiden, währenddessen rauschte der Verkehr bereits über den fünfarmigen Kreisel mit einem Außendurchmesser von 60 Metern. Die Staatsstraße 2166 dient als wichtige Verbindung zwischen den Bundesstraßen 299 und 85 und ist eine der tragenden Verkehrsadern zwischen den beiden Lagern des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr.

Die Verkehrsbelastung beträgt auf der Staatsstraße selber pro Werktag rund 5500 Fahrzeuge, auf der AS 5 sind es noch einmal zwischen 1500 und 2600 Bewegungen in 24 Stunden. Damit entsprach die Kreuzung aber schon lange nicht mehr den modernen Anforderungen.

Nach Auskunft des Staatlichen Bauamts passierten dort in den vergangenen zehn Jahren allein 32 schwerwiegende Verkehrsunfälle mit fünf Schwer- und 18 Leichtverletzten sowie einem hohen Schaden.
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