"Ihre Anwesenheit macht das Abschiednehmen etwas leichter", rief Pfarrer Dietmar Schindler den Gläubigen in der Pfarrkirche St. Ägidius zu. Seine Dankesworte beschränkte er auf drei wesentliche Aussagen: "Mit euch war ich Christ. Für euch war ich Priester, und ich war gerne hier!"
Als Verkünder Großes geleistet

Nach 25-jährigem Wirken in Vilseck und Sorghof schritt Pfarrer Dietmar Schindler (links) ein letztes Mal durch das Hauptportal der Pfarrkirche. Zusammen mit Prodekan Josef Irlbacher feierte er seinen Abschiedsgottesdienst.
Lokales
Vilseck
01.09.2015
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(rha) Zum Ende seines aktiven Dienstes in der Pfarrei Vilseck und in Sorghof feierte er mit Prodekan Josef Irlbacher nach 25 Jahren das Ende seines aktiven Dienstes. Nun bezieht Schindler sein neues Domizil in Weiden.

Brand als Tiefpunkt

Auch wenn manchmal Resignation zu spüren gewesen sei, so habe er trotz seiner angeschlagenen Gesundheit immer versucht, das Ziel, Gottes Wort zu verkünden, nie aus den Augen zu verlieren, sagte Schindler. Die buchstäblich schwärzeste Periode in seiner Vilsecker Tätigkeit sei der Brand in der Pfarrkirche gewesen. Hier habe sich aber viel Solidarität und Spendenfreudigkeit gezeigt. In seinen Dank schloss er alle ehrenamtlichen Mitarbeiter ein, ebenso Kirchenchor und Musikverein. Er versprach, die Pfarrei Vilseck auch im Ruhestand durch sein Gebet zu begleiten.

Prodekan Josef Irlbacher aus Schnaittenbach verlas den Dankbrief von Bischof Rudolf Voderholzer. An seinen priesterlichen Wirkungsstätten in Weiden St. Konrad, Amberg St. Georg, Regensburg St. Wolfgang, Altmühlmünster, Mühlbach, Zell, Vilseck und Sorghof habe Schindler Großes geleistet. Irlbacher überreichte im Auftrag des Dekanats Sulzbach-Hirschau die Dankmedaille der Diözese Regensburg.

Bei der Abschiedsfeier bezeichnete Kirchenpfleger Thomas Pröls den Geistlichen auch als Manager der Pfarrei. Neben den Seelsorgeaufgaben habe er Baugeschichte geschrieben und viel Neues geschaffen. Pröls erinnerte an die zahlreichen Maßnahmen während des 25-jährigen Wirkens an Kindergarten, Leonhardskirche, Bergkirche, Kloster, Pfarrheim, Kirchplatz und Friedhof sowie an die Außen- und Innenrenovierung der Pfarrkirche. Er dankte dem scheidenden Priester, dass er seinen Ruhestandsantritt wegen des Brandes vom 9. Januar 2013 um ein ganzes Jahr hinausgeschoben habe. Im Namen der Kirchenverwaltung überreichte er zwei Gartenstühle.

Pfarrgemeinderatssprecherin Michaela Kreuzer sprach die Neuerungen an, die Schindler seit 1990 eingeführt hatte. Die Pfarrei verfüge nun über eine eigene Homepage, der Eine-Welt-Laden wurde gegründet, der Pfarrbrief ist eine gern gelesene Lektüre, an Adventsfenstern wurde Andacht gehalten, Weggottesdienste für Kommunionkinder eingeführt, Pfarrfeste gefeiert und vieles andere mehr. Sie dankte besonders für die Sorge um die Ministrantenschar und für die wunderbaren Predigten nach seinem Primizspruch "Sagen und Künden von Gottes Herrlichkeit". Kreuzer schenkte einen Liegestuhl. Die Ministranten spendeten einen Sonnenschirm für den Balkon.

"Exzellente Meisterwerke"

Mit Pfarrer Schindler gehe in Vilseck eine Ära zu Ende, betonte Bürgermeister Hans-Martin Schertl. "Sie werden uns sehr fehlen", rief er ihm zu, "allein Ihre Predigten waren exzellente Meisterwerke, die wir sehr vermissen werden." Mit einem Gemälde, das Kirche und Pfarrhof von der Klostergasse her zeigt, dankte er dem scheidenden Stadtpfarrer.
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