Junge Flüchtlinge schildern Bürgermeister ihre Situation - Betreuer gesucht
Sie wollen in Vilsecker Vereine

Bürgermeister Hans-Martin Schertl empfing sechs junge Flüchtlinge (vorne) im Rathaus. Hinten von links die Kolping-Mitarbeiter Gisela Sassenhausen, George Levy Meister und Sonja Stammler sowie Bürgermeister Schertl und die Jugendbeauftragte der Stadt Vilseck, Manuela Merkl. Bild: zip
Lokales
Vilseck
27.11.2015
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Seit einigen Monaten leben in Vilseck in zwei Wohnungen sechs junge Flüchtlinge im Alter von 16 bis 18 Jahren. Sie sind ohne ihre Eltern oder sonstige erwachsene Begleitung aus ihrem Heimatland Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. Bürgermeister Hans-Martin Schertl lud sie zusammen mit ihren Betreuern vom Kolping-Bildungswerk ins Rathaus ein.

Drei Monate unterwegs

In sehr gutem Deutsch erzählten sie von ihrer Flucht. Sie waren überwiegend zu Fuß drei Monate lang unterwegs, ehe sie in Amberg ankamen. George Levy Meister vom Kolping-Bildungswerk Amberg erzählte, dass die Jugendlichen sehr froh seien, in Vilseck untergekommen zu sein. Sie besuchen die Berufsschule in Sulzbach-Rosenberg, in der sie in erster Linie Deutsch lernen. Spätere Berufswünsche reichen von Schneider, über Mechaniker bis zum IT-Spezialisten. Die jungen Männer seien sehr lernfreudig und bemüht, sich hier einzuleben. Sie seien schon bei mehreren Vilsecker Vereinen schnuppern gewesen, um herauszufinden, womit sie sich in ihrer Freizeit beschäftigen können. An erster Stelle stehen Fußball, Taekwondo oder Fitnesstraining. Das Kolping-Bildungswerk ist bemüht, Spenden für die oft hohen Mitgliedsbeiträge aufzutreiben.

Die Mitarbeiter des Kolping-Bildungswerks suchen auch laufend Leute (eventuell Rentner), die den jungen Menschen Deutsch beibringen und vor allem die Hausaufgaben überwachen könnten. Ehrenamtliche Helfer können sich beim Bildungswerk (09621/77 13 53) melden.

Mehr Kontakt erwünscht

Schertl hoffte, dass sich die jungen Leute in Vilseck wohlfühlen. Er wünschte ihnen, dass mehr Kontakt zu deutschen Jugendlichen zustande komme, was am besten in den Vereinen möglich sei. George Levy Meister erläuterte, die Wohnungen seien ausreichend ausgestattet mit Möbeln und zwei PCs, die von einer Privatperson und einer Firma gespendet wurden. Dadurch können die jungen Flüchtlinge immer mit ihren Angehörigen zu Hause in Kontakt bleiben.
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