Kampf und Leidenschaft

Der Vilsecker Abwehrspieler Franz Behmer (rechts) im Kopfballduell mit dem Neumarkter Stürmer Jonas Grunner (Mitte), beobachtet vom Vilsecker Georg Pröls (links hinten) - das war im Hinspiel am 20. Juli. Der ASV Neumarkt gewann damals mit 1:0 durch ein Tor von Phillip Stephan in der 29. Minute. Bild: Ziegler
Lokales
Vilseck
08.11.2014
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Treffsichere Schützen und eine starke Abwehrkette - das alles hat der FV Vilseck nicht. Dafür etwas anderes: Trainer Martin Kratzer setzt aus das, was in Bad Abbach drei Punkte brachte.

Für alle erstaunlich und nahezu unglaublich war der Sieg des Landesliga-Schlusslichtes FV Vilseck beim Sechsten TSV Bad Abbach. Und den hatte sich die Elf von Martin Kratzer wahrlich erkämpft. Am Samstag, 8. November, um 14 Uhr geht für Vilseck nun zum Fünften, den ASV Neumarkt.

Noch höher als in Bad Abbach hängen hier die Trauben, denn in der Hinrunde bekamen die Vilsecker die spielerische Stärke des ASV zu spüren. In der ersten Hälfte sah der FV damals überhaupt kein Land, kam aber nach der Pause besser ins Spiel, da die Haußner-Truppe ihrem Anfangstempo bei tropischen Temperaturen Tribut zollen mussten. Mit 1:0 entführten sie die Punkte aus Vilseck und dort ist man sich heute noch einig, dass Neumarkt in punkto Spielverhalten und technischer Versiertheit bisher das Beste war, was sich auf dem FV-Sportgelände vorstellte.

Dass der ASV nicht ganz vorne platziert ist, liegt daran, dass er in den letzten sechs Begegnungen lediglich einmal die volle Punktzahl holte, viermal Remis spielte und am vergangenen Wochenende in Mitterteich sogar mit 0:1 die Segel streichen musste. Paradestück des ASV ist deren Abwehrkette, die in 19 Begegnungen erst 12 Treffer hinnehmen musste und damit Liga-Primus ist. Die beiden Ex-Woffenbacher Markus Auner und Jonas Grunner sind die treffsichersten Schützen (beide 5 Tore) in einer außergewöhnlich homogenen Mannschaft.

Was hat der FV Vilseck hier dagegen zu halten? Im Moment nur die entsprechende Leidenschaft und die kämpferischen Tugenden, wie sie in Bad Abbach gezeigt wurden. Dass man damit Erfolg haben kann, hat die Kratzer-Elf bewiesen. Dass dies aber auf Dauer nicht geht, weiß man ebenfalls. Aber man hat eben keine anderen Möglichkeiten, nachdem Thorsten Troche und Daniel Dietrich, der am Wochenende stolzer Vater eines Sohnes wurde, sowie Michael Siegert (dienstlich) kurzfristig ausfielen. Dazu kommen die Langzeitverletzten Stefan Liermann und Georg Pröls. Wäre Franz Behmer, der in Wasserburg/Inn sein Lehramt ausübt, nicht kurzfristig eingesprungen, hätte es personell düster ausgesehen.

Von daher muss man dem FV-Team großes Lob zollen, das sich in Bad Abbach auch nicht provozieren ließ, obwohl der Gegner vor allen Dingen in den Schlussminuten darauf aus war. Trotz der langen Durststrecke und der misslichen Situation hat sich die Mannschaft nicht aufgegeben und wird auch in Neumarkt wieder versuchen, alles zu geben.

FV Vilseck: Pröls, Kurz; Scholz, Mayerhofer, Behmer, Christoph Dietrich, Weiß, Jank, Dominik Stubenvoll, Greger, Weih, Steffey, Tobias Stubenvoll, Siegert, Daniel Dietrich, Kratzer.
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